Christoph Baumgartner ist der große Abwesende im Nationalteam, aber in den ersten Tagen nach der Reise in die USA doch irgendwie präsent. Auch, weil die Frage, wie der am Oberschenkel verletzte Zehner in der Startelf ersetzt werden soll, unbeantwortet ist.

„‘Baumi‘ kann man nicht ersetzen“, sagt mit Konrad Laimer der Allrounder der ÖFB-Elf, der in der Vergangenheit selbst schon in die Bresche gesprungen ist, wenn der Leipzig-Legionär nicht zur Verfügung stand.

Laut Meinung des Bayern-Legionärs sei Baumgartners Fehlen nicht eins zu eins zu aufzufangen. Es sei daher eine Aufgabe für die ganze Gruppe, den Verlust des Niederösterreichers zu kompensieren: „Es gibt andere Spieler, die andere Qualitäten haben, andere Spielertypen sind. Wer dann spielt, muss sowieso der Trainer entscheiden.“

Eine Meinung, der sich Romano Schmid anschließt. „Ich hätte nur zu gerne mit ‚Baumi“ die große Bühne geteilt, weil wir uns schon lange kennen, schon so lange miteinander spielen. Er hat auch mich geprägt mit seiner Art und Weise“, erklärt der 26-Jährige.

Konrad Laimer und Christoph Baumgartner nach der geschafften WM-Qualifikation
Konrad Laimer und Christoph Baumgartner nach der geschafften WM-Qualifikation © IMAGO

Um zu verdeutlichen, wie Baumgartner als Typ wirklich sei, hatte der Steirer eine Geschichte auf Lager: „In der U17 ist ‚Baumi‘ für die Eliterunde ausgefallen, und ich wurde nachnominiert. Ich bin als ein Jahr Jüngerer das erste Mal bei den 99ern dabei gewesen. Ich habe dann das entscheidende Tor gemacht, dass wir uns für die Europameisterschaft qualifizieren. ‚Baumi‘ war der Erste, der mir geschrieben hat, mir gratuliert und sich bedankt hat, dass er jetzt bei der EM dabei sein kann. Wir haben dann gemeinsam die U17-EM gespielt.“

Schmid kommt im Nationalteam in Normalfall auf der rechten Seite zum Zug, wäre aber rein von seinem Profil auch ein aufgelegter Kandidat als Baumgartner-Ersatz. „Ich glaube, meine beste Position ist schon im Zentrum, aber ich habe schon einige gute Spiele rechts gemacht und spiele hier jetzt seit vier Jahren rechts.“ Ob er in den Zehner-Überlegungen ebenfalls eine Rolle spielt, sei eine Frage, die bei Teamchef Ralf Rangnick besser aufgehoben sei.

Laimer spekuliert damit, dass Baumgartner doch noch körperlich in den USA präsent sein kann, wenn es die Reha erlaubt: „Das Erste, was er gesagt hat, nachdem er wusste, dass er nicht dabei sein kann, war, dass er unbedingt hierher kommen und die Mannschaft unterstützen will. Er wird immer irgendwie Teil der Gruppe und Teil des Erfolgs sein, weil er so viel für die Mannschaft gibt. Wir vermissen ihn in jeder einzelnen Sekunde und würden uns sehr freuen, wenn es sich irgendwie ausgeht, dass er ein paar Tage vorbeikommt. Das würde jedem einzelnen in der Mannschaft einen Extrapush geben.“