Vier Wochen lang erkundete Daniel Tschofenig gemeinsam mit seiner Freundin, der kanadischen Skispringerin Alex Loutitt, die beeindruckenden Landschaften Kanadas und Hawaiis – inklusive ausgedehntem Inselhopping. Besonders die Vielfalt hinterließ Eindruck: „Wir waren auf Maui, Oahu und eben Hawaii unterwegs. Am Waikiki Beach war einiges los, ansonsten war es sehr angenehm. Der tropische Regenwald war genial, das Schnorcheln hat Spaß gemacht – und was auffällt: Dort laufen so viele Hühner frei herum.“
Auf seine Surfkünste angesprochen, kann sich der 24-Jährige ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Ich war vor drei Jahren auf Teneriffa surfen und ich war so was von unfassbar schlecht. Einen neuen Versuch würde ich nur starten, wenn Alex unbedingt surfen möchte. Wegen ihres Knies ist das noch kein Thema – insofern bin ich noch davongekommen.“
„Ich habe eine Drucksituation kennengelernt“
Mit Blick auf die vergangene Saison verriet der Gesamtweltcupsieger 2024/25, dass die Aufarbeitung im Nu erfolgte: „Ich habe die Saison am Tag nach Planica mit dem Trainer analysiert. Beim Abschlusskurs im Stanglwirt folgten die End- und Potenzialanalyse“, erzählt der Hohenthurner und betont als Weltcup-Gesamt-Dritter: „Es war eine starke Saison, nur haben sich zum Vorjahr gesehen sprung- und materialtechnisch kleine Fehler eingeschlichen. Daraus resultierte der Durchhänger in der Mitte der Saison.“
Lernprozesse gehören im Spitzensport zum Alltag. Gerade eine Saison mit Aufs und Abs habe ihn persönlich weitergebracht, beteuert der Vierschanzentournee-Triumphator 2024/25. „Ich habe eine Drucksituation kennengelernt – nämlich jene des Gejagten. Auch damit muss man erst umgehen lernen. Heuer habe ich mich in Dinge vertieft, um zu verstehen, wieso manche Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal tut ein Perspektivwechsel im Kopf ganz gut, um den Blick auf das Wesentliche zu schärfen.“
„Ich wusste, woran es gelegen hat“
Seine Erfolgskurve ging bisher nahezu steil nach oben. Kleinere Dämpfer warfen ihn nie aus der Bahn. „Ich finde bis dato immer relativ schnell den Weg zurück“, sagt der Red-Bull-Athlet, der aber kein Geheimnis daraus macht, „dass mich Olympia angezipft hat. Dieses Highlight findet nur alle vier Jahre statt und da willst du vorne mitkämpfen und eine Medaille gewinnen. Doch am Ende hatte ich es schnell abgehakt, da ich es sowieso nicht mehr ändern konnte. Ich wusste, woran es gelegen hat, das war wichtig.“
Auf eine konkrete Zielsetzung in Richtung nächste Saison will er sich gar nicht einlassen, „denn die letzten beiden Saisonen waren ziemlich lässig, ich habe sehr viel erreicht.“ Essentiell sei nun in erster Linie „ein guter Aufbau im Sommer, dass ich vielleicht einmal völlig verletzungsfrei durchkomme, und ich hoffe doch, dass ich mich sprungtechnisch weiter sukzessive steigern kann.“