Das Wetter hat es letztendlich doch noch gut gemeint mit Schladming. Den ganzen Tag regnete es in Strömen, rechtzeitig und wie prognostiziert war das kühle Nass vom Himmel in den frühen Abendstunden vergessen. Die ersten „Hardcore-Fans“, wie nicht wenige im Gespräch mit der Kleinen Zeitung stolz erzählten, ließen es sich nicht nehmen, pünktlich zum Einlass um 17 Uhr Schlangen vor dem Planai-Stadion zu bilden. Rund 6000 Karten sind verkauft, heißt es vonseiten Leutgeb-Entertainment.
Das Publikum ist bunt gemischt und reicht von Langzeit-Fans bis Spätinfizierten. Wie zum Beispiel diese Gruppe aus Erding in Bayern: Hilde (51) und Mane (55) hören Scooter seit der ersten Stunde, ihren Sohn Vincent (23) haben sie „auch angesteckt“, meint der lachend. „Es war von klein auf Thema.“ Klar, dass die Kult-Band auch bei Freundin Leonie (22) ganz oben steht. Aber es bleibt nicht nur bei dem einen Konzert und einem Musikgeschmack: „Wir schauen uns am Freitag auch den Roland Kaiser an“, verriet Mama Hilde.
Junge und Junggebliebene
Bereits zum zweiten Mal bei einem Konzert in Schladming ist die Freundesgruppe aus dem Bezirk Gmunden rund um Friseurin Isabella. „Wir waren bereits bei den Backstreet Boys im Winter da, es war urgeil“, sagt sie. Mit diesem Erlebnis im Gepäck kam man gern zurück ins Planai-Stadion, betonen die vier. Einen nostalgischen Blick in die Vergangenheit werfen die Schwestern Alexandra (52) und Manuela (60) aus Graz beziehungsweise Kärnten am Mittwoch. „Das ist unsere Jugend, das Fortgehen früher“, schwärmen sie von Scooter. Daher lagen die Karten heuer zum 60er auf dem Geschenketisch.
Das erste Mal ihre Jugend erlebt eine Gruppe junger Männer Anfang Zwanzig mit Bierflaschen und sehr guter Laune aus der Nähe von Würzburg. Sie haben einen „90er-Faible“, deswegen sind sie heute in Schladming. Aber nicht nur für das Konzert am Abend: „Morgen gehen wir wandern.“ Weniger weit hat es eine Gruppe Mittdreißiger aus Spielberg: Vollgas-Fans sind sie ja, bestätigt Manuela für die Gruppe, live sehen sie H.P. Baxxter aber zum ersten Mal. In der Nacht geht es aber wieder ins Murtal, denn „wandern können wir daheim auch.“