Der Juni steht wieder ganz im Zeichen der Pride. Und wie jedes Jahr häufen sich auf Social Media Kommentare, die sich dagegen auflehnen und laut rufen: „Wir brauchen das nicht!“ Dazu gesellen sich Beleidigungen gegenüber den Teilnehmenden von Pride-Paraden, die zum Teil sogar strafrechtlich relevant sind. Alleine das sollte Beweis genug sein, dass man einen „Pride-Month“ auch noch im Jahr 2026 braucht.
Aber nicht nur bei der Gleichberechtigung und Akzeptanz von queeren Menschen liegen wir weit hinten. Es geht auch um Frauen. Am Dienstag wurde bei der „State of Play“, dem Livestream von Playstation, ein neues „God of War“-Spiel angekündigt. Bekannt wurde die Spielereihe vor allem wegen ihres Hauptcharakters Kratos, der sich zum Kriegsgott hochkämpft und auf seinem Weg verschiedenen Göttern aus der griechischen und nordischen Mythologie begegnet. In den letzten beiden Teilen wurde bekannt, dass er einen Sohn und eine Frau hat. Sie – mit dem Namen Faye – wird jetzt der Hauptcharakter des neuen Teils der Reihe. Und das stört einige Männer.
Sexismus auch bei Videospielen
„God of woke“, heißt es in einigen abfälligen Kommentaren. Es wird argumentiert, dass die Reihe von Kratos lebe. Diese Diskussion ist keine neue. Immer wenn in der Fortsetzung eines Spiels der männliche Hauptcharakter durch einen weiblichen ersetzt wird, ist – wie zuletzt bei „Ghost of Yotei“ – der Aufschrei groß. Auch Spiele, in denen man nichtbinäre und Transpersonen als eigenen Charakter erstellen kann, empören manche Männer.
Niemand nimmt euch eure männlichen Hauptcharaktere
Ein Charaktereditor, der die Möglichkeit bietet, eine Transperson zu erstellen, hindert aber niemanden, einen muskelbepackten Mann zu spielen. Ein Spiel einer Reihe, in der eine Frau der Hauptcharakter ist, heißt nicht, dass es nie wieder einen männlichen Protagonisten geben wird. Das ist alles nur ein Vorwand, um Vorurteile digital in die Welt hinauszuschreien. Dabei gibt es eine einfache Lösung: Wenn euch ein Spiel nicht gefällt, dann spielt es nicht!
Liebe Spielentwicklerinnen und Entwickler, bitte hört nie damit auf, Spiele mit starken, selbstbestimmten Frauen als Protagonistinnen zu machen. Hört nie damit auf, bei Charaktereditoren die Möglichkeit zu bieten, seinen Charakter so zu erstellen, wie man es will. Aber hört auch nicht damit auf, muskelbepackte Männer in euren Spielen auftreten zu lassen. Wir brauchen in der Videospielwelt die Vielfalt, die Abwechslung und die Möglichkeit, dass jede und jeder das spielen kann, was einem gefällt.