Die tödliche Bluttat am Borg Dreierschützengasse am 10. Juni 2025 hinterließ eine tiefe Wunde im Herzen der Landeshauptstadt. Der Schütze tötete neun Jugendliche und eine Lehrerin und richtete sich selbst. Die Verletzten, die Opferfamilien, die Schulfreundinnen und Freunde, die Pädagogen und Augenzeugen leiden am Verlust und diesem Trauma bis heute.
Es waren aber auch für die Einsatzkräfte und darunter rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes schwere Stunden. Gestern lud der steirische Rotkreuz-Präsident Siegfried Schrittwieser ein Jahr danach die Menschen, die im Einsatz standen, zu einer Würdigung in die neue Landeszentrale in der Grazer Herrgottwiesgasse. Das Präsidium ehrte die Retter mit einer Urkunde und einem Erinnerungsabzeichen. „Voll Stolz und Respekt“, bedankte sich Schrittwieser beim Team.
„Die Einsatzmeldung lautete Schießerei an der Schule. Vor Ort war schnell klar, das ist kein gewöhnlicher Einsatz. Es war eine schreckliche Nachricht, die sich in kurzer Zeit weltweit verbreitet hat“, erinnert der stellvertretender Pressesprecher Stefan Loseries an die Tragweite der Tragödie. Der Rettungseinsatz selbst wurde medial bald in Echtzeit begleitet. Auch das war eine Herausforderung für die Retter.
Landesrettungskommandant Peter Hansak verneigte sich vor seinem Team, das ohne zu zögern professionelle, zutiefst menschliche Hilfe geleistet habe: „Ihr habt Leben gerettet und Leid gelindert. Ich bin stolz, euer Kommandant zu sein!“ Die Ehrung übernahm Schrittwieser gemeinsam mit Österreichs RK-Präsident Gerald Schöpfer. „Wir sind da“ sei das so passende Motto für die Rettungsorganisation, sagte Schöpfer: „Die Menschen vertrauen uns“, weil die Retter den Menschen auch in schwersten Stunden beistünden. Respekt zollte Schöpfer aber auch der Zivilgesellschaft: „Am selben Abend standen viele junge Menschen Schlange, um Blut zu spenden.“ Und die Rotkreuz-Mitarbeiter seien weit über ihre Grenzen gegangen. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft im Land müsse man an so einem schrecklichen Tag eben auch sehen.