„Haben unsere Kinder kein Recht auf Unterricht? Wer haftet, wenn etwas passiert? Und warum werden Lehrer fürs Nichtstun bezahlt?“ Diese Fragen stellt sich der Vater eines Schülers einer Kärntner Mittelschule. Konkret ärgert er sich über die Musiklehrerin, die stets die sechste Stunde am Freitag ausfallen lässt.
Der Vater hat Buch geführt: Konkret elf Mal wurde demnach der Musikunterricht ohne Angabe von Gründen abgesagt. Sechs Mal wurden Ersatzveranstaltungen für die Musikstunden angekündigt, die aber nicht in dem Stundenumfang stattfanden. „Der einmalige Besuch eines E-Board-Museums am Vormittag oder der Besuch eines Konzertes im Konzerthaus können den entfallenen Unterricht nicht abdecken“, so der Erziehungsberechtigte. Und dann gab es noch Aktivitäten wie Landesjugendsingen, Berufsorientierung, Lehrlingsmesse oder Ostermarkt.
„Das ist ein Wahnsinn“
„Bis jetzt gab es maximal zwei, drei Stunden freitags“, weiß der Vater. An einem dieser Freitage hatte die Pädagogin besonderes „Glück“: Ein Kollege war erkrankt und sie konnte Musik auf die dritte Stunde vorverlegen. „Natürlich ist es schön, wenn sich Lehrer früher ins Wochenende verabschieden können. Aber es ist nicht die Realität für Arbeitnehmer, die teilweise bis spät abends arbeiten müssen. Dass Stunden einfach aus der Edupage gelöscht werden, ist ein Wahnsinn und grob fahrlässig“, versteht der Elternteil nicht, „dass sich die Lehrerin anscheinend beim Schulleiter alles erlauben kann.“
Der Direktor beantwortet die Anfrage der Kleinen Zeitung zu diesen Vorfällen nur allgemein. „Unterrichtsverlegung bedeutet nicht automatisch Unterrichtsentfall. Dadurch kann zwar der Eindruck entstehen, dass Stunden gelöscht wurden, tatsächlich können diese jedoch zu einem anderen Zeitpunkt oder in einer anderen Organisationsform abgehalten worden sein“, sagt er.
Und war das der Fall? Personal- und dienstrechtliche Angelegenheiten einzelner Lehrpersonen könnten aus Datenschutz- und Dienstrechtsgründen nicht kommentiert werden. „Daher kann auch zu Bewertungen der Arbeitsleistung einzelner Lehrpersonen keine Stellung genommen werden“, so der Schulleiter.
Klassenforum zur Klärung
Zumindest eine konkrete Konsequenz kündigt er an: Es wird zeitnahe ein Klassenforum geben, das ist ein Entscheidungs- und Beratungsgremium: „Dieses bietet Gelegenheit, die Thematik gemeinsam mit dem Klassenvorstand und allen Erziehungsberechtigten zu besprechen, Informationen auszutauschen und offene Fragen zu klären.“