Es war ein Zittern und Bangen, aber jetzt steht fest: „Wir können in Kürze aufsperren“, freut sich Barbara Hafellner. Ihre Familie betreibt die einzigen Erdbeerfelder zum Selberpflücken im Murtal. Keine Selbstverständlichkeit, liegen die Felder doch auf einer Seehöhe von rund 660 bis 740 Meter.
„Wir spüren natürlich die extreme Trockenheit, leider hat uns auch der Frost erwischt“, so die Erdbeer-Bäuerin. Die drei Felder liegen in Fohnsdorf (Sillweg), Judenburg (Murdorf) und Knittelfeld (Weyern). „Die Eisheiligen kamen punktgenau zur ersten Blüte, nur Murdorf ist fast verschont geblieben.“ Jammern will Barbara Hafellner aber nicht: „Wir leben und arbeiten mit der Natur, daran kann man nichts ändern.“ Erdbeeren wird es auch heuer geben, vermutlich werden die sonnengereiften Früchte etwas kleiner ausfallen, dafür sehr aromatisch sein. „Auch die Saison ist verkürzt, weil eben die ersten Beeren abgefroren sind. Normalerweise haben wir rund fünf Wochen am Stück offen, heuer dürften es eher drei bis vier werden.“ Der Kilopreis wird erst festgelegt.
Riesige Nachfrage, große Wertschätzung
Los geht es schon dieses Wochenende (voraussichtlich am 6. Juni) in Judenburg, nächste Woche folgen Fohnsdorf und Knittelfeld. Ein genaues Datum kann man noch nicht nennen, „es hängt alles von der Witterung ab“. Sobald die Felder aufsperren, werden die Kunden auf der Webseite (www.erdbeeren-murtal.at) informiert. Geöffnet sind die Felder dann täglich von 8 bis 19 Uhr.
Die Nachfrage nach den selbstgepflückten Beeren ist jedenfalls groß, bestätigt Barbara Hafellner: „Mich rufen schon täglich Leute an und fragen, wann wir aufsperren. Man merkt schon, dass die Wertschätzung groß ist, gerade weil das Murtal kein optimales Gebiet für Beerenanbau ist. Es steckt viel Arbeit dahinter.“
Gerade den jungen Pflanzen setzt die Trockenheit besonders zu: „Wir wechseln unsere Felder alle zwei Jahre und haben heuer auch schon wieder neu gepflanzt, etwa in Fohnsdorf. Dort mussten wir auch gießen, das wäre sonst nicht gegangen“, erzählt Barbara Hafellner und ergänzt: „Wir tanzen vor Freude wenn es regnet! Niederschlag ist für uns Landwirte das eigentlich schöne Wetter.“