Als am Samstag beim Media Day der FIFA die ÖFB-Kicker für die Weltmeisterschaft in Szene gesetzt wurden, fehlte Österreichs wertvollster Fußball der Gegenwart. Diesen „Wanderpokal“ nennt derzeit Christoph Baumgartner sein eigen. Nach einer bärenstarken Saison bei RB Leipzig kletterte sein Marktwert auf 40 Millionen Euro, ehe eine Muskelverletzung im Oberschenkel seinen WM-Traum platzen ließ.

Um ganz genau zu sein, müsste man von einem virtuellen Marktwert sprechen. Selbige werden traditionell von „transfermarkt.at“ erhoben, sind somit fiktive Zahlen, aber im Fußballgeschäft trotzdem so etwas wie eine harte Währung. Letztlich liefern sie Anhaltspunkte, über das aktuelle Standing eines Spielers. Nicht zuletzt gilt auf Vereinsebene nach einem Transfer einer der ersten Blicke seinem Marktwert, um ein erstes Indiz für das vermeintliche Leistungsvermögen eines Zugangs zu bekommen.

Die Marktwert-Rangliste des ÖFB-Kaders:

Dass Leistungsvermögen und Marktwert nicht zwingend Hand in Hand gehen, wird etwa beim Blick auf die aktuellen Werte des ÖFB-Teams offensichtlich. Fortgeschrittenes Alter ist etwa einer der Faktoren, die den virtuellen Marktwert bremsen. Die charmante Einschätzung der Sachlage wäre, dass Österreich mit einer an Routine reichen Mannschaft zum Turnier nach Nordamerika gereist ist. Als heiße Aktie, für die jede Menge Ablöse bezahlt werden würde, gehen einige Spieler nicht mehr durch. Aber Alter ist ja nicht zwingend ein Hindernis für Leistung.

Lionel Messi wird mit bald 39 immer noch auf 15 Millionen Euro geschätzt
Lionel Messi wird mit bald 39 immer noch auf 15 Millionen Euro geschätzt © AFP

Man nehme das Beispiel Marcel Sabitzer, der sich zu einem der konstantesten Leistungsträger im ÖFB-Trikot entwickelt hat. Von seinem höchsten Karriere-Marktwert von 42 Millionen Euro ist er im Alter von 32 Jahren jedoch mittlerweile deutlich entfernt und wird auf sechs Millionen geschätzt. Noch drastischer sieht das bei anderen Oldies wie David Alaba (Höchstwert 65 Millionen), Marko Arnautovic (35 Millionen) oder Michael Gregoritsch (20 Millionen) aus, die im Herbst ihrer Karriere zu den virtuell günstigeren Kadermitgliedern zählen, aber reich an Erfahrung sind.

Die fünf wertvollsten Spieler aus Argentinien:

Teuerster im Kader verbliebener Spieler ist Bayern-Legionär Konrad Laimer mit 32 Millionen. Dahinter reihen sich hauptsächlich Akteure in den Mittzwanzigern plus die beiden aufstrebenden Aktien Paul Wanner (22 Millionen) und Carney Chukwuemeka (20 Millionen). Einen großen Sprung hat jüngst David Affengruber gemacht, der bei Elche seinen Marktwert von neun auf 20 Millionen mehr als verdoppelt hat. Das „Land der Innenverteidiger“ scheint für die Zukunft gerüstet, wenn man bedenkt, dass Samson Baidoo (25 Millionen), Leopold Querfeld (20 Millionen) und Neo-Premier-League-Legionär Jannik Schuster (18 Millionen) zwar im rot-weiß-roten Ranking in den Top Ten, nicht aber im WM-Kader stehen.

Die fünf wertvollsten Spieler aus Algerien:

Dieser wird derzeit auf einen Gesamtwert von 242,2 Millionen eingeschätzt, umfasst nach dem Baumgartner-Aus jedoch nur 25 Spieler. Neuer Zweiter in der Gruppe J ist zumindest in diesem Ranking somit Algerien (256,9 Millionen), das mit 26 Akteuren vollzählig besetzt ist. Ebenso in voller Mannstärke tritt Argentinien an. Der Titelverteidiger wird aktuell auf 782,5 Millionen geschätzt, was die klare Favoritenrolle der Südamerikaner deutlich unterstreicht. Julian Alvarez von Atletico wird mit 100 Millionen geführt, was in der internationalen Rangliste der WM-Starter zu Rang 13 reicht. Erling Haaland und Lamine Yamal teilen sich hier den Platz an der Sonne.

Die fünf wertvollsten Spieler aus Jordanien:

Und Lionel Messi? Der schwebte einst auch in ähnlichen Gefilden und wird trotz seiner bald 39 Jahre immer noch mit einem Marktwert von 15 Millionen bewertet, womit er im ÖFB-Aufgebot immerhin auf Platz sieben liegen würde. Messi-ähnlich wird in Jordanien Mousa Tamari verehrt. Im konkreten Fall spiegelt der Marktwert seinen teaminternen Stellenwert wider. Der Frankreich-Legionär bei Stade Rennes kommt auf zehn Millionen Euro, der komplette Kader von Österreichs Auftaktgegner auf 20 Millionen. Es spricht für eine gewisse Ausnahmestellung, wenn ein Spieler gleich viel Wert ist wie seine 25 Kollegen. Zumindest virtuell.