Das schwindende Vertrauen in das Gesundheitssystem und die staatliche Pension manifestiert sich bei den privaten Versicherern. Der Trend verstärkt sich bei der Wiener Städtischen Versicherung in der Steiermark. Das Prämienvolumen unter dem Titel der Gesundheitsvorsorge erhöhte sich 2025 im Bundesland um 7,1 Prozent auf über 88 Millionen Euro, das setzte sich im ersten Quartal fort – mit 7,9 Prozent Wachstum auf 23,8 Millionen Euro.

Bundesweit verzeichnete die Krankenversicherung bei der Wiener Städtischen im vergangenen Jahr sogar den stärksten Zuwachs aller Sparten: 8,6 Prozent auf 589 Millionen Euro. Das gesamte Prämienaufkommen 2025 betrug 3,8 Milliarden Euro (plus 4,7 Prozent).

Die Einstellung der Österreicherinnen und Österreicher zum öffentlichen Gesundheitssystem sei weiterhin überwiegend positiv, zitiert die Versicherung eine eigene Umfrage. In die Zufriedenheit mische sich aber immer mehr Kritik. 45 Prozent der Befragten nehmen eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung wahr. Zu wenige Kassenärzte und lange Wartezeiten, insbesondere bei Fachärzten, werden als Hauptkritikpunkte genannt.

Vorsorgeboom bei Jüngeren

Das Interesse an der privaten Gesundheitsvorsorge nehme vor allem bei den unter 35-Jährigen zu, betont der steirische Landesdirektor der Wiener Städtischen, Michael Witsch: „Bereits jede dritte Person besitzt eine private Krankenzusatzversicherung – so viele wie nie zuvor.“ Die private Vorsorge boome seit Jahren.

Michael Witsch, Landesdirektor (links), und Ralph Müller, Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung
Michael Witsch, Landesdirektor (links), und Ralph Müller, Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung © WSTV/ Margit Kundigraber

Ähnlich verhält sich die Situation bei der privaten Altersvorsorge. Der demografische Wandel und die Debatten um das Pensionssystem schieben hybride und fondsgebundene Lebensversicherungen an. 2025 erzielte die Wiener Städtische in der Steiermark in diesem Bereich 4,6 Prozent Wachstum auf über 173 Millionen Euro an Prämien. Im ersten Quartal dieses Jahres steigerte man sich um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – das alles immer vor dem Hintergrund einer schwierigen Wirtschaftslage. Der Erhalt der Kaufkraft im Alter ist das zentrale Vorsorgemotiv.

Insgesamt generierte die Wiener Städtische im vergangenen Jahr in der Steiermark mehr als 486 Millionen Euro an Versicherungsprämien und wuchs mit plus 5,2 Prozent über der Inflation. Mit dem Ergebnis im ersten Quartal – plus 3,4 Prozent auf fast 165 Millionen Euro – zeigt sich Witsch zufrieden.

Wieder mehr Wetterschäden im ersten Quartal

Die Leistungen andererseits bleiben hoch. Im Schnitt werden 1,5 Millionen Euro pro Arbeitstag an die Versicherten ausgezahlt, rechnet Witsch vor. 2025 waren es in der Steiermark in Summe über 375 Millionen Euro, davon 208 Millionen aus dem Bereich der Lebensversicherung und 118 Millionen aus dem Sektor Unfall/Schaden. Nachdem 2025 deutlich weniger Schäden aus Naturgewalten entstanden waren, meldet die Wiener Städtische nach dem heurigen ersten Quartal wieder einen spürbaren Anstieg. Verantwortlich dafür seien vor allem Schneedruck und Niederschläge gewesen.

25 offene Jobs

Für die Wiener Städtische arbeiten in der Steiermark 345 Menschen, 256 davon im Versicherungsbetrieb. Personell will die Versicherung wachsen und sucht bis Jahresende 25 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Außendienst. Sieben Prozent der Belegschaft der Wiener Städtischen in Österreich sind bereits über 60 Jahre alt. Überdies wurden in den letzten Jahren mehr als 100 Kollegen eingestellt, die älter als 50 Jahre sind.