Das Öffi-Chaos in Italien ist um eine Facette reicher: Am Pfingstmontag brach ein steirisches Ehepaar von Villach aus mit dem Zug nach Udine auf. Die Scotty-App der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zeigte eine Direktverbindung ohne Wartezeiten an. Doch am Bahnhof in Tarvis war vorerst Endstation, eine Stunde und 15 Minuten lang mussten die Reisenden dort warten – ohne jegliche Infrastruktur auf einem menschenleeren Bahnhof im Nirgendwo. Sogar das kleine „Restaurant“ war geschlossen.
Nach einiger Nachforschung bemerkten die Reisenden den Fehler. „Dieser Zug fährt an Feiertagen durch bis Udine, an Werktagen hat er aber in Tarvis einen Aufenthalt“, erklärt der Steirer. Doch der Pfingstmontag ist – mit Ausnahme von Südtirol - in Italien kein Feiertag. Von der Scotty-App wurde das nicht berücksichtigt.
Seitens der ÖBB bedauert man, „dass Fahrgäste am Pfingstmontag in Tarvis einen unerwartet langen Aufenthalt hatten und dadurch Unannehmlichkeiten entstanden sind“, sagt ÖBB-Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel. Es sei klar, dass die Fahrgastinformation in diesem konkreten Fall nicht korrekt dargestellt wurde: „Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen.“
Gleichzeitig bedankt man sich für den Hinweis und das Feedback, mithilfe derer man Angebote und Services weiter optimieren könne: „Wir stehen hierzu in engem Austausch mit unserer italienischen Partnerbahn, um die Fahrplanabstimmung und die Darstellung in den Informationssystemen weiter zu verbessern. Ziel ist es, derartige Unstimmigkeiten künftig zu vermeiden und unseren Fahrgästen auch bei grenzüberschreitenden Verbindungen eine verlässliche Information zu bieten.“
Dass der Zug in Österreich auch an (italienischen) Feiertagen später wegfährt, um die Wartezeit in Tarvis zu verkürzen, sei aber nicht möglich, „da insbesondere Fahrgäste mit Fahrrädern auf diese Verbindung angewiesen sind und eine spätere Abfahrt die Reiseplanung erschweren würde (viele Reisenden setzen ab Tarvis die Reise mit dem Rad fort).“
Christi Himmelfahrt ein Werktag
Um solch unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich vor Reisen in den Süden über die gesetzlichen Feiertage im Urlaubsland informieren. So sind in Italien neben dem Pfingstmontag auch Christi Himmelfahrt und Fronleichnam keine gesetzlichen Feiertage an Donnerstagen mehr. Aus Spargründen hat die Regierung diese bereits in den 1970er-Jahren auf den jeweiligen Sonntag verlegt. Das heißt: Es gelten Öffi-Fahrpläne für Werktage und auf den Straßen ist mit Berufsverkehr zu rechnen.
2. Juni ist Feiertag in Italien
Andererseits ist der 2. Juni ein gesetzlicher Feiertag in Italien, der Tag der Republik. Gefeiert wird die Gründung der Italienischen Republik im Jahr 1946. Abseits von Touristenzentren sind an diesem Tag die meisten Geschäfte geschlossen, wobei einige große Einkaufszentren zumindest halbtags geöffnet sind. Und beim öffentlichen Verkehr gelten die Feiertagspläne. Der nächste gesetzliche Feiertag ist in Italien dann der 15. August, Mariä Himmelfahrt. Diesen Feiertag gibt es in Österreich auch, allerdings feiern die Italiener zu dieser Zeit Ferragosto, das Fest des Augustus. Viele von ihnen nutzen die Zeit rund um den Feiertag für ihren Sommerurlaub. Mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und überfüllten Bussen und Zügen ist zu rechnen.