Einen Steiermarktag legte ÖVP-Bundesparteichef Christian Stocker am Dienstag ein. Ohne die frühere TV-Wetterpräsentatorin Christa Kummer, diese Tour folgt erst. Am 4. August macht man dafür in der Grünen Mark Station, die Kosten will der Kanzler erst nach der Endabrechnung nennen. Am Dienstag sah sich Stocker bei Hintsteiner in Sankt Barbara im Mürztal um, Magna Aerospace folgte. Zu Mittag trat er mit ÖVP-Landeschefin Manuela Khom in Graz vor die Medien.
Im Grazer Wahlkampf
Wann er zuletzt darauf angesprochen wurde, dass just eine Kommunistin die zweitgrößte Stadt Österreichs lenkt? Wann genau, das wisse er nicht mehr, aber er sei mehrfach darauf angeredet worden, so Stocker. Was die Grazer VP falschmache, da sie in den Umfragen hinter der KPÖ liege? „Ich sage ihr, was sie richtig macht“, konterte der VP-Chef. Kurt Hohensinner und Stadtpartei könnten vorne mitspielen. Am Nachmittag begleitet er den VP-Spitzenkandidaten am Bauernmarkt.
Spritpreisbremse
Bei aktuellen Themen legte sich der Profi freilich nicht fest. Spritpreisbremse verlängern? Stocker wolle den Bericht der E-Control dazu abwarten. Moderate Eingriffe des Staates sind zulässig – man wolle keine Gewinne mit der Krise zulassen –, aber sie wären keine Dauerlösung. Lieber spricht er über die Senkung der Lohnnebenkosten. Den Industriestrom. Und davon, dass die Agrardieselvergütung vorgezogen wird. „Die Landwirtschaft ist unter Druck.“
Budgetverhandlungen
Und knirscht es in den Budgetverhandlungen? „Wenn es nicht bei Budgetverhandlungen knirscht, wann dann?“, meinte der Kanzler. Die Herausforderungen sind bekannt. Drei Parteien mit unterschiedlichen Positionen, ... Hat er heute schon einen Anruf aus dem Finanzministerium erhalten? „Noch nicht, aber ich habe das Handy nicht eingesteckt“, schmunzelte Stocker. Es sei die Quadratur des Kreises. „Aber ich bin überzeugt, dass der Finanzminister am 10. Juni seine Budgetrede hält.“
Stiftungsrat
Tags darauf wird der neue ORF-General zu wählen sein. Ist APA-Chef Clemens Pig Stockers Favorit? Das sei eine Entscheidung des Stiftungsrates. Und die Wehrdienstreform? Da sei eine 2/3-Mehrheit notwendig, der VP-Chef wolle die Ergebnisse der Experten nicht verwässern. Heißt? „Darüber wird verhandelt“, den Satz hörte man in Graz häufig.
„Ich bewundere seine Geduld, ich würde mir wünschen, dass manches etwas schneller geht“, deponierte VP-Landeschefin Manuela Khom beim Kanzler. Beim Ausbau der A9 oder der S 36, beim zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke nach Spielfeld, beim Plabutschtunnel, ... möge Stocker die Interessen der Steiermark beachten. Der Kanzler stimmte Khom zu, Zusagen machte er freilich keine.