Beinahe hätte sich Christoph Schweighofer damals als 18-Jähriger die grüne Militäruniform angezogen. „In dem Alter steht man ja voll im Saft, da war der Wehrdienst schon interessant“, schmunzelt er rückblickend.
Dass es ganz anders kam, lag an Papa Franz. Als langjähriger Hauptamtlicher beim Roten Kreuz Pöllauer Tal setzte er seinem Sohn den Floh ins Ohr, doch den Zivildienst im Rettungswesen anzutreten. „Ich dachte mir damals: Na, dann schau ich mir das halt einmal an“, erinnert sich der heute 38-Jährige. Aus dem Reinschnuppern wurde eine lebenslange Leidenschaft fürs Ehrenamt. „Die Gemeinschaft und diese Grundidee, anderen Leuten helfen zu können, haben mich sofort begeistert.“
Starker Anstieg bei den Freiwilligen
Nun, 20 Jahre und sogar ein im Rettungswagen auf die Welt begleitetes Baby später, übernimmt Schweighofer als neuer Bezirksstellenleiter die Geschicke des Roten Kreuzes im Bezirk Hartberg. Ihm zur Seite wurden Landtagsabgeordneter Wolfgang Dolesch, Bezirkshauptfrau Kerstin Raith-Schweighofer und Gerhard Saurer als Stellvertreter gewählt. Auch Primarius Martin Haid wird sich weiterhin als vierter Stellvertreter einbringen.
Das Fundament, auf dem die neue Bezirksleitung aufbauen kann, lässt sich in beachtlichen Zahlen darstellen: 119.287 Stunden standen die 912 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vergangenen Jahr im Dienst – eine Steigerung von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem gewann das Team bezirksweit 100 neue Freiwillige hinzu.
Das Feuer weitergeben
„Wie man an den aktuellen Zahlen sieht, funktioniert der Bezirk derzeit sehr gut, das gilt es erst einmal zu bewahren. Aber natürlich möchte ich auch meine eigenen Impulse einbringen“, so Schweighofer. Um sich der neuen Aufgabe voll widmen zu können, wird er die Ortsstellenleitung in Pöllau – diese hat er seit 2013 inne – mit Jahresende in neue Hände übergeben. Besonders am Herzen liegen ihm die Stärkung des freiwilligen Engagements und die Jugendarbeit.
Und diese beginnt gewissermaßen schon in den eigenen vier Wänden: „Natürlich haben unsere Kinder auch schon kleine Spielzeug-Sanitätsrucksäcke“, schmunzelt der frischgebackene Bezirksleiter. Die Zeichen stehen also gut, dass der „Virus“ fürs Helfen auch an die nächste Generation weitergegeben wird.