Jakob Dusek nach Bronze: „Hatte Angst, ob es für meine Oma zu wild wird“
Boardercrosser Jakob Dusek (29) jubelte nach einem kleinen „Wunder“ über Olympiabronze. Oma Heide, sein größter Fan, fieberte mit ihrem Enkel im Zielgelände mit.
Vergangenen September hatte sich Jakob Dusek beim Mountainbiken das Kreuzband eingerissen. Und zwar auf jenem „Unglückshang“ in Livigno, wo er über Olympiabronze jubelte. „Dass wir uns gegen eine OP entschieden haben, war ein Experiment und der Ausgang war ungewiss. Ich wusste gar nicht, ob ich heuer überhaupt noch starten kann, aber ich habe mich einfach ruhig verhalten und das hat anscheinend funktioniert. Dass ich jetzt mit einer Medaille dastehe, ist etwas sehr Spezielles“, meint der Weltmeister von 2023, der kurz vor Livigno seinen fünften Weltcupsieg feierte.
„Ich hatte schon beim Aufwachen ein gutes Gefühl. Nach der Quali war schon eine Anspannung da, weil es nicht nach Wunsch gelaufen ist, aber dann hat sich das Finale angefühlt wie ein normales Rennen. Ich habe es geschafft, dass ich bei mir bleibe und die Überholmanöver dort gemacht, wo sie wichtig waren. Das war der Schlüssel.“ Bereits zum fünften Mal waren nun zwei heimische Athleten in einem großen Finale bei einem Großevent vertreten „und heuer haben wir es zum ersten Mal geschafft, dass keiner Vierter geworden ist, sondern dass beide am Podium stehen. Das ist doppelt schön.“ Es war ein packendes Finish bis zum Ende, indem sich Hämmerle mit einem „Ultrabrettl“ noch ganz nach vorne katapultierte. Wie schon in Peking blieb dem Kanadier Eliot Grondin „nur“ Silber.
„Oma macht das in ihrem Alter noch voll mit“
Den Stellenwert der Olympiamedaille mit jenem des Weltmeistertitels stellt der 29-Jährige auf die gleiche Stufe. „Und dass meine Familie, meine Freundin und auch der Onkel dabei gewesen sind, war extrem schön und dass sie sich so mit mir gefreut haben.“ Sein größter Fan ist aber zweifelsfrei Oma Heide, die ihren Enkel tatkräftig aus dem Zielareal anfeuerte. „Um ehrlich zu sein, hatte ich Angst, dass es für sie zu wild wird, aber sie macht das in ihrem Alter noch voll mit.“
Auf die Party danach angesprochen, meinte der Niederösterreicher: „Da wir zu zweit sind, wird es sicher gut.“