Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Lukas Schlierenzauer: „Für Gregor war‘s nach dem Karriereende nicht einfach“

Er ist einer der Männer, dem das österreichische Rodelteam vertraut. Lukas Schlierenzauer, Bruder von Skisprung-Legende Gregor, fungiert als Start- und Athletikcoach.

Immer fokussiert: Lukas Schlierenzauer
© Patrick Steiner
Immer fokussiert: Lukas Schlierenzauer
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

Er ist 28 Jahre alt, doch im Eiskanal schon ein alter Hase. Die Rede ist von Lukas Schlierenzauer, Bruder von Skisprunglegende Gregor Schlierenzauer. Der Tiroler rodelte selbst von 2005 bis 2018 aktiv, musste allerdings seine Laufbahn nach einer schweren Hüftverletzung beenden. Nun fungiert er in seiner zweiten vollen Saison im Rodel-Nationalteam – ist sowohl Athletik (ist für die Koordinierung und Umsetzung des gesamten Athletikprogramms zuständig) als auch Start/Techniktrainer.

Zuvor war er vier Jahre im Nachwuchs tätig, baute dementsprechend als Junioren-Cheftrainer einige der jetzigen Nationalteamathleten mit auf. „Schlieri“ sorgt mit seinen Inputs und Korrekturen dafür, dass die heimischen Rodler nie stehen bleiben, denn einen aussagekräftigen Satz haben schließlich alle verinnerlicht: Stillstand ist Rückschritt. Zusätzlich hegt er die Ambition, in der Sommervorbereitung das teilweise eintönige Programm mit neuen Reizen aufzulockern.

Auf die Frage, wer nun tatsächlich der fitteste im so erfolgreichen rot-weiß-roten Rodelteam ist, meint er vorsichtig: „Ich würde sagen, Juri Gatt (Anm.: fährt im Doppelsitzer mit Riccardo Schöpf), wobei grundsätzlich sind bei uns alle körperlich stark drauf und dementsprechend gerüstet.“

Anschieben mit den Spikes am Eishockeyfeld

Im Rodelsport spielt Detailarbeit, Feingefühl und Perfektionismus eine ganz wesentliche Rolle. Eine Herausforderung, die letztlich für Ansporn sorgt. „Wir kennen uns alle inzwischen so gut und kommunizieren extrem viel miteinander. Das Resultat ist eine ideale Abstimmung und ich bin davon überzeugt, dass uns das auszeichnet. Aber natürlich schießt man auch einmal über das Ziel hinaus, was normal ist, denn am Ende will man für jeden nur das Beste“, verdeutlicht Schlierenzauer, der ausplaudert, „dass der Schmäh bei uns nie zu kurz kommt. Jonas Müller ist mit seinem Vorarlberger Dialekt und seinem trockenen Humor immer für einen Lacher gut.“

Das starke Damenduo Selina Egle/Lara Kipp profitiert enorm von der Expertise des Stubaiers, der vor zwei Jahren ihren Start sozusagen „bis ins kleinste Detail zerlegt“ hat. „Wir haben uns jede einzelne Baustelle rausgesucht und sehr hart dran gearbeitet. Im Sommer sind wir viel am Eishockeyfeld und üben das Anschieben mit den Spikes. Das wird gefilmt, detailgetreu analysiert und schließlich perfektioniert.“

Als Familie sehr stark

Das sportliche Gen liegt bei den Schlierenzauers quasi in den Genen. Diesbezüglich meint der Tiroler, „dass ich noch relativ jung war, als Gregor so erfolgreich geworden ist. Ich habe natürlich alles von ihm mitbekommen und wir haben uns immer gegenseitig unterstützt.“ Das Karriereende des Team-Olympiasiegers und zehnfachen Weltmeisters sei allerdings „nicht einfach gewesen, aber da wir als Familie so stark sind, haben wir das gut gemeistert. Am Ende waren alle glücklich.“

Mehr zur Olympia