50.000 feierten den Winterstart: „Frauen sind die besseren Partygänger“
Äußerst zufrieden resümieren die Verantwortlichen nach dem Ski-Opening-Wochenende in Schladming. Beschwerden gab es wegen zu dichtem Gedränge im Stadion.
Müde und gleichzeitig strahlende Gesichter sieht man dieser Tage in Schladming. Das große Winterstart-Wochenende mit drei Konzerten der Backstreet Boys ist geschlagen, das Resümee überschäumend gut: „Wir haben unser Ziel erreicht, das erfolgreichste Ski-Opening Österreichs zu etablieren“, sagt Veranstalter Klaus Leutgeb. Von einer „elektrisierenden Stimmung, singenden Fans und purer Begeisterung an jedem einzelnen Abend“ schwärmt Hauser-Kaibling-Chef Klaus Hofstätter.
Und Tourismuschef Mathias Schattleitner unterstreicht: „Was einst mit einem musikalischen Highlight begann, ist heute ein echter Standortvorteil und ein nachhaltiger Impuls für die gesamte Region.“ So waren nicht nur die Beherbergungsbetriebe und Restaurants voll, viele Unternehmen in der Stadt hatten das lange Wochenende durchgehend geöffnet.
Frauen als bessere Partygeher
Die rund 50.000 Personen vor Ort präsentierten sich laut Veranstalter als äußerst homogene Gruppe: Zu 81 Prozent weiblich, im Durchschnitt 37,1 Jahre alt und bereits seit ihrer Jugend riesengroße Fans – wie sie im Gespräch verrieten. Viele nahmen eine weite Anreise in Kauf, so wurden 61 Herkunftsländer gezählt.
Die Einsatzkräfte zeigten sich ob dieser Gruppe schwer begeistert: „Man hat das klar gemerkt, dass Frauen die besseren Partygänger sind. Es war sehr ruhig“, sagt zum Beispiel Polizeisprecher Markus Lamb. Keine Schlägereien, keine Anzeigen gab es zu vermelden, „das Publikum war heuer besonders diszipliniert und rücksichtsvoll,“ betont Einsatzkommandant Siegmund Schnabl. Mit 50 Versorgungen – „lauter Kleinigkeiten“, so Ortsstellenleiter Norbert Pichler – hatte auch das Rote Kreuz ruhige Tage. Nur auf den Pisten, da war gerade am Samstag mit vielen Skiunfällen einiges los.
Kritik wegen Platzmangel
Kritik an äußerst beengten Verhältnissen im Golden Circle vor der Bühne sowie auf der Tribüne wurden aber im Nachgang in sozialen Netzwerken und per E-Mail an die Redaktion laut. Von „Panikattacken“, „zu viel verkauften Tickets auf zu wenig Platz“ und „zu wenig Security-Personal“ war die Rede. „Ich bin Zeuge von Zuständen geworden, die beinahe in einer Massenpanik geendet hätten“, schreibt eine andere Person.
„Wir haben sofort nachdem die ersten Meldungen eingegangen sind, mit der Drohne Wärmebildmessungen gemacht. Es gab keine Anzeichen für einen kritischen Bereich“, erklärt Polizeisprecher Lamb. Es gebe je nach Alter gewisse Mentalitätsunterschiede, meint er weiter: „Eine 17-jährige Konzertbesucherin hat einen anderen Anspruch an das Platzangebot als eine 40-jährige.“ Dennoch habe es „Sensibilisierungsgespräche“ zwischen Behörde und Veranstalter gegeben, bereits während der Konzerte wurde nachjustiert, die Erkenntnisse sollen auch in folgenden Events einfließen.
„Wir haben uns nach Punkt und Beistrich an die behördlichen Vorgaben gehalten“, will auch Klaus Leutgeb festgehalten wissen. Alles sei im Vorhinein durchgeplant, bis hin zu einem „Fluchtweganimationskonzept“. Er betont: „Bei einem ausverkauften Konzert und einer Location wie in Schladming muss man davon ausgehen, dass dort viele Menschen sind. Die subjektive Wahrnehmung hat oftmals nichts mit der Realität zu tun.“
Kartenverkauf angelaufen
Als nahbar und begeistert von der Region zeigten sich die Backstreet Boys selbst. „Sie waren Vollgas unterwegs und haben weiterhin eine Riesengaude“, berichtet Leutgeb am Dienstag. Die fünf Männer, die teilweise auch mit Familien angereist waren, kosteten sich durch die verschiedenen Lokale in und um Schladming und wurden auch beim Einkaufen gesichtet. „Bis zum Wochenende“ werden sie wieder zurück in die USA reisen.
Nach dem Opening ist vor dem Opening: Am Freitag wurde in Schladming ein neues Summer Opening angekündigt (wir berichteten). Der Kartenverkauf sei bereits „super angelaufen“, freut sich Leutgeb. Am beliebtesten sei momentan das Konzert mit Roland Kaiser.
