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Arvid Auner: Der Blick ist auf Olympia und in den Himmel gerichtet

Arvid Auner (28) und vier weitere Alpinboarder werden am Wochenende in den Weltcup und die Olympiasaison starten. In China stehen zwei Parallelslaloms auf dem Plan.

Arvid Auner nimmt Fahrt auf in Richtung Olympia
© GEPA
Arvid Auner nimmt Fahrt auf in Richtung Olympia

Spätestens im Startgate hört sich für Arvid Auner die Freundschaft auf. „In meinem Modus denke ich aber nicht nach, ob das ein Freund ist. Aber spätestens im Ziel muss es wieder möglich sein, Freunde zu sein.“ Im chinesischen Mylin beginnt an diesem Wochenende auch für Auner mit zwei Weltcups das Rennen um vier Startplätze bei Olympia. „Der Gedanke daran gibt mir einen richtigen Schub. Dann drückt es im Herz, dann spüre ich was und das will ich in einen Antrieb umwandeln.“ Doch ist gerade im ÖSV die Konkurrenz richtig stark. „Ich sehe mich schon als einer der Top vier und die Trainingsleistungen gehen in die richtige Richtung. Die Rennen werden zeigen, wo ich stehe. Wenn du in unserem Team vorne dabei bist, dann hast du viel richtig gemacht.“

Nicht nur Auner wird im Reich der Mitte die weiß-grünen Farben vertreten. Christoph Karner, Matthäus Pink sowie Carmen Kainz und Daria Belova sind dabei. Belova hätte eigentlich im Europacup fahren sollen, hat sich mit starken Leistungen im Training aber empfohlen.

Benjamin Karl (40) und Andreas Prommegger (45) sieht Auner aufgrund ihrer Erfahrung im Rennen um Olympia, „noch ein paar Zentimeter vorne und sie werden mit einem anderen Mindset in die Qualifikation gehen. Noch – denn wir Jungen kommen mit großen Schritten.“ Immer wieder betont Auner die Wichtigkeit der mentalen Einstellung und erzählt, wie er von Zimmerkollegen Karl lernt. „Man kann sich Ansätze von anderen sehr gut mitnehmen und wenn man sich von einem Olympia-Sieger da nichts holt, dann ist man im Spitzensport falsch“, sagt er, ohne zu vergessen, dass man Erfolg nicht kopieren kann. „So wie er Dinge angeht, passt genau zu seinem Typ. Meine Ziele und mein Weg sind auf mich abgestimmt.“ Gespräche mit einem Mentaltrainer und seinem Team in Graz helfen da bei der Einordnung.

Von außen betrachtet wirkt Auner wie ein Flummi, ein gut gelaunter Gummiball, der nicht stillhalten kann. „Ich mach einfach gerne was mit Leuten, bin gerne unterwegs. Aus diesen Dingen ziehe ich sehr viel Energie. Dadurch baue ich mich auf und bin so geladen, wenn ich wo sein darf. Ich bin glücklich und kann und will das zeigen.“ Wenn es leise um ihn wird, kehren sich seine Gedanken nach innen, drehen sich darum, wie er besser werden kann. „Ich will für meine Persönlichkeit das Beste herausholen.“

Dabei spielt der Glaube an sich selbst und an eine höhere Macht eine Rolle. „Ich glaube an meinen Weg und vertraue darauf, mit meinen Fähigkeiten dorthin zu kommen, wohin ich will.“ Und Gott? „Ich glaube, dass er über mich wacht und mir auch oft zeigt, dass ich noch nicht bereit für einen Schritt bin. Er spiegelt sich für mich in meinem Vertrauen wider, dass alles im Leben einen Sinn hat.“ Auf Rituale verzichtet er, sieht man vom Prozedere am Start ab. Das endet, kurz bevor sich das Gate öffnet, so: „In meinem Startablauf schaue ich in den Himmel und hole mir Energie für das, was ansteht. Ich fühle mich dann sehr, sehr stark.“

Daria Belova besucht die Ski-HAK in Schladming
© KK
Daria Belova besucht die Ski-HAK in Schladming