Von der Deko zum Star: Peter Troißinger jr. rettet die Physalis
Normalerweise landet die Physalis als gelangweilte Tellerdeko neben dem Schokokuchen. Bei Peter Troißinger jr. im Malerwinkel spielt sie plötzlich erste Geige.
Hand aufs Herz: Wer von uns hat die Physalis nicht schon mal achtlos vom Dessert-Teller gekickt? Dieses kleine orange Kügelchen, eingewickelt in ein raschelndes Papierhäubchen, das aussieht, als wäre es vom letzten Laternenumzug übrig geblieben. Ein nettes Gschau vielleicht, kulinarisch aber oft so inspirierend wie ein Luftballon nach der Kindergeburtstagsparty.
Video – So setzt man Physalis in Szene
Doch dann kommt einer wie Peter Troißinger jr. daher – Hotelier, Koch, Gartenflüsterer aus dem Malerwinkel in Hatzendorf – und macht aus der ewigen Nebendarstellerin plötzlich den Star der Bühne. Da wird die Physalis nicht lieblos aufs Tiramisu gedroppt, sondern mariniert, kombiniert, gefeiert. Und siehe da: das goldene Kugerl kann mehr als nur Deko.
Die Cape-Gooseberry, wie sie international heißt, stammt ursprünglich aus Südamerika, trägt einen Schatz an Vitaminen und Antioxidantien in sich und schmeckt wie eine tropische Affäre zwischen Ananas und Weintraube. Kurz: eine kleine Vitamin-C-Bombe im Designer-Mantel. Trotzdem fristet sie bei uns meist das Schicksal einer Statistin. Troißinger aber stellt sie mitten ins Rampenlicht – und das mit einer Begeisterung, die fast an Mission grenzt.
Hätten Sie‘s gewusst?
Verpackt wie ein Geschenk
Die essbare Beere ist von einer papierartigen Hülle umgeben, die wie eine kleine Laterne aussieht. Diese Hülle schützt die Frucht vor Schädlingen und verlängert ihre Haltbarkeit.
Süß-säuerlicher Multivitamin-Snack
Physalis sind reich an Vitamin C, Provitamin A und B-Vitaminen. Außerdem enthalten sie Eisen und sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken.
Alte Kulturpflanze aus Südamerika
Die Pflanze stammt ursprünglich aus den Anden (Peru, Kolumbien, Ecuador, Chile) und wurde schon von den Inka kultiviert.
Mehr als nur Deko
Viele kennen Physalis nur als hübsche Dekoration auf Desserts. Tatsächlich lassen sie sich aber vielseitig verwenden: roh, in Marmelade, Chutneys, Smoothies oder sogar getrocknet wie Rosinen.
Verwandt mit Tomate und Aubergine
Auch wenn sie wie eine exotische Beere wirkt, gehört die Physalis botanisch zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) – genauso wie Tomate, Paprika und Kartoffel.
Sein Rezept klingt einfach, ist aber große Oper: Papierhäubchen ab, Frucht spalten, ab in eine Marinade aus Apfelsaft, Essig und Creme-Paste, ein bissl Salz. Dazu Gurken aus dem eigenen Garten, Mini-Melotria mit Melonen-Look, Flusskrebserl auf Karotten-Schalotten-Kompott, ein Agar-Agar-Gel – und mittendrin die Physalis, nicht mehr als Beilage, sondern als Taktgeberin. „Wenn wir sie selber anbauen, ist sie süßer, mit einem spannenden Säurespiel – perfekt für Salate, Fisch oder Chutney“, schwärmt der kreative Koch. Eis könne man daraus auch fertigen, „aber dafür braucht man wirklich viel“.
Und während man bei vielen Desserttellern das Physalis-Papier wie ein ungewolltes Geschenkpapier zerknüllt, bringt Troißinger uns bei, genauer hinzuschauen: Diese Frucht ist robust, vielseitig, gesund – und, wenn man ihr die Chance gibt, der Star am Teller.
Fazit nach dem Spaziergang durch den Malerwinkel-Garten: Die Physalis ist keine Alibi-Kugel mehr, sondern eine Rampensau mit Goldglanz. Wer einmal probiert hat, wie sie Fisch küsst, sich in Joghurt schmiegt oder mit Gurken ringt, wird sie nicht mehr vom Teller kicken. Danke, PeterTroißinger, fürs Umschreiben der Rollen – vom Statisten zur Hauptdarstellerin. Und wir alle lernen: Manchmal braucht’s nur ein bisschen Mut, um selbst die kleinste Kugel groß rauszubringen.
Tage der Alpen-Adria-Küche 2025
Klagenfurt ist in diesem Jahr vom 5. bis 21. September wieder Treffpunkt der Alpen-Adria-Küche: Gastköche aus Italien, Slowenien und Österreich kochen Seite an Seite mit der heimischen Elite. Ganz im Zeichen der bevorstehenden Koralmbahn-Eröffnung im Dezember steht am Samstag den 20.9. um 19 Uhr ein besonderer Abend der Genussregion Riegersburg, die alljährlich einen der beliebtesten Abende der „Tage der Alpen-Adria Küche“ bespielt: heuer mit Peter Troißinger jr. vom Hotel Restaurant Malerwinkl. Location: Restaurant Fresco am Bahnhof. Das ganze Programm unter: www.visitklagenfurt.at
