In dieser Familie brennen drei Generationen für das Ehrenamt
Die Familie Tscharnutter aus Treffling engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr – drei Generationen, die ihre Zeit, Kraft und Erfahrung in den Dienst der Gemeinschaft stellen.
In Treffling brennt die Familie Tscharnutter im besten Sinne für die Freiwillige Feuerwehr – und das gleich über drei Generationen hinweg. Vater, Mutter, Sohn und Schwiegertochter sowie die drei Enkel engagieren sich aktiv oder unterstützend für die Feuerwehr und leben Kameradschaft und Ehrenamt. „Wir sind alle Vollgas dabei“, sagt Jakob Tscharnutter junior, der selbst seit 1988 Mitglied ist. Schon sein Vater, Jakob Tscharnutter senior, war jahrzehntelang – seit dem Jahr 1958 – aktiv, unter anderem als Zugskommandant und Kommandant-Stellvertreter, jetzt steht er der Feuerwehr noch als Altkamerad zur Seite.
Mutter Liselotte übernahm die Patenschaft für das erste große Löschfahrzeug in Treffling, Ehefrau Heidi ist Patin des Mannschaftstransportfahrzeugs. Tscharnutter junior hat in den vergangenen Jahrzehnten vielfältige Aufgaben übernommen. Er absolvierte die Ausbildung zum Atemschutzträger sowie die Atemschutzleistungsprüfung in Gold, was ihn besonders stolz macht. Danach war er jahrelang Kameradschaftsführer und ist heute Jugendbeauftragter-Stellvertreter.
Freude am Helfen trotz Belastung
Auch die Kinder sind längst Teil der Feuerwehrgemeinschaft: Tochter Perin (18) ist bereits im Aktivstand und engagiert sich in der Wettkampfgruppe, wo sie laut ihrem Vater „fast ein bisschen das Kommando übernommen“ hat. Juliana (17) ist ebenfalls aktiv und übernahm heuer gemeinsam mit ihrer Schwester bei den Bewerben der Wettkampfgruppe den Angriffstrupp. Der jüngste Feuerwehrkamerad der Familie ist Sohn Jakob, der Teil der Feuerwehrjugend ist und bereits erfolgreich an den diesjährigen Bewerben teilnahm: Mit dem dritten Platz bei der Bezirksmeisterschaft und einem vierten Platz bei den Landesmeisterschaften beendete er die diesjährige Wettkampf-Saison.
Für die Tscharnutters ist die Feuerwehr weit mehr als ein Hobby: „Das ist eine Institution, die überhaupt nicht wegzudenken ist. Es macht Freude, anderen zu helfen – ob bei Bränden, Unfällen, Tierbergungen oder Katastropheneinsätzen.“ Besonders in Erinnerung ist dem aktiven Feuerwehrmann die Unwetterkatastrophe in Treffen geblieben, bei der er selbst im Einsatz war. Belastend kann es trotzdem sein, sagt er: Einsätze in der Nacht oder auch schwierige Situationen mit verzweifelten oder unter Schock stehenden Menschen. „Aber wenn man sieht, dass man Menschen helfen konnte, ein Lächeln zurückbekommt oder ein Haus retten kann, dann weiß man, warum man es macht.“
Jugend mit starkem Zusammenhalt
Ein Herzensanliegen ist ihm auch die Jugendarbeit. Die Feuerwehrjugend gibt es in Treffling seit 2023, doch der Zusammenhalt sei schon jetzt außergewöhnlich. „Das Schöne ist, dass bei uns Zehnjährige und Fünfzehnjährige gemeinsam arbeiten und sich gegenseitig respektieren. So etwas gibt es in der Schule selten“, betont Tscharnutter. Disziplin, Teamgeist und die Kameradschaft stehen immer im Vordergrund – und es sei ein „sinnvolles Hobby“, bei dem die Kinder viel fürs Leben lernen. Durch seine Aufgaben in der Feuerwehr komme er „auf sicher 100 Übungen im Jahr, aber ich mache es gerne und aus Leidenschaft, genauso wie meine Familie“.
Die Begeisterung von Vater und Sohn an die Kinder haben sie beide nie mit Druck weitergegeben, sondern durch Vorleben: „Jeder muss selbst entscheiden, ob er sich ehrenamtlich engagieren will oder nicht. Aber wenn man mitmacht, dann soll man auch wirklich mit Überzeugung dabei sein und sich voll und ganz einbringen.“ Denn: der Eintritt und Austritt sind freiwillig, dazwischen liegt die Pflicht. Dass heute alle Kinder aktiv sind, macht den stellvertretenden Chef der Feuerwehrjugend stolz: „Da haben mein Vater damals schon und ich heute anscheinend nicht viel falsch gemacht.“
Zur Person
Die Familie Tscharnutter aus Treffling in Seeboden engagiert sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr: Jakob Tscharnutter war jahrzehntelang als Zugskommandant und Kommandant-Stellvertreter aktiv, seine Frau Liselotte ist Patin des ersten großen Löschfahrzeugs. Sohn Jakob ist seit 1988 Mitglied, Atemschutzträger mit goldenem Leistungsabzeichen, ehemaliger Kameradschaftsführer und heute Jugendbeauftragter-Stellvertreter. Ehefrau Heidi ist Patin des Mannschaftstransportfahrzeugs, die Töchter Perin und Juliana sind bereits im Aktivstand und begeisterte Wettkämpferinnen. Sohn Jakob ist bei der Jugendfeuerwehr und erfolgreich bei den Leistungsbewerben.

