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Mit viel Herz begleitet sie Menschen auf ihrem letzten Weg

Elisabeth Sagerschnig (71) aus Obervellach ist Hospizbegleiterin im Mölltal. In zehn Jahren als Leiterin verdoppelte sie das FamiliJa-Hospiz-Team auf 20 Ehrenamtliche.

Elisabeth Sagerschnig baute im Mölltal das Hospizteam auf
© Kk/privat
Elisabeth Sagerschnig baute im Mölltal das Hospizteam auf
Leonie Katholnig
Regionalbüro Oberkärnten

Sie begegnet Menschen in einer der schwersten Phasen ihres Lebens – mit Offenheit, Wärme und Respekt. Zehn Jahre lang hat Elisabeth Sagerschnig (71) aus Obervellach das Hospizteam Mölltal, eine Kooperation von Hospizbewegung, Diakonie und FamiliJa, aufgebaut und geleitet. Mit großem Engagement und leiser Stärke hat sie die ehrenamtliche Begleitung von Sterbenden und Trauernden im oberen Mölltal mitgestaltet und geprägt. „Ich bin 2014 in Pension gegangen“, erzählt sie. Schon davor hatte sie viel Erfahrung in der Arbeit mit Ehrenamtlichen gesammelt – und sich in der Ausbildung zur Hospizbegleiterin auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. „Ich wollte mich weiterhin einbringen. Das hat mich angesprochen – es ist einfach eine sinnvolle Beschäftigung.“

Unter ihrer Leitung hat sich das Team über die Jahre hinweg verdoppelt. Von ursprünglich zehn auf heute 20 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen. Sie koordinierte nicht nur die Aufgaben, sondern begleitete auch selbst Menschen in ihrer letzten Lebensphase. „Für mich ist das eine Bereicherung, weil es eine besondere Atmosphäre ist. Die Menschen lassen ihr Leben Revue passieren, bewerten es neu – oft auch positiv. Das ist etwas Befreiendes“, so Sagerschnig weiter. Sie hat professionell geführt – mit Herz, mit Struktur und mit viel Gespür für zwischenmenschliche Prozesse. Die Begleitungen finden in Pflegeheimen und zunehmend auch zu Hause statt – von Heiligenblut bis Lurnfeld. „Wir haben fünf Heime im Mölltal, da ist viel zu tun“, sagt sie.

Teamtreffen zur gegenseitigen Unterstützung

Rund zwei Stunden pro Woche ist sie im Schnitt selbst im Einsatz, dazu kommen gemeinsame Treffen der Ehrenamtlichen, Supervisionen und Gespräche. „Das Team ist der Ort, wo man alles besprechen kann – Belastendes wie Schönes. Das ist eine ganz wertvolle, bereichernde Arbeit.“ Heuer hat die 71-Jährige die Leitung an ihre Nachfolgerin Isabella Reiter übergeben. Zehn Jahre hat sie die Gruppe geprägt. Und tut es weiterhin – mit ihrer ruhigen, besonnenen Art, mit ihrem Mitgefühl und ihrem reichen Erfahrungsschatz. „Was mir an der Hospizarbeit gefällt? Dass ich mich ganz auf den Moment einlassen darf“, sagt sie. „Der Mensch, den ich begleite, bestimmt, worum es geht. Ich muss nichts vorbereiten. Ich bin einfach da. Mit dem, was ist.“

Elisabeth Sagerschnig  erhielt den Frauenpreis „Femme 2018“
© Markus Traussnig
Elisabeth Sagerschnig erhielt den Frauenpreis „Femme 2018“

Die Ausbildung zur Hospizbegleiterin dauerte etwa ein halbes Jahr und umfasste neben Theorie auch 40 Stunden Praxis und Selbsterfahrung. „Reflektieren ist total wichtig, damit man die eigenen Geschichten draußen lassen kann und wirklich ganz bei den Menschen ist“, sagt die ehemalige Bankangestellte. Schon in den 1990er-Jahren hat Sagerschnig mit anderen engagierten Frauen das Familienforum Mölltal FamiliJa mitbegründet – als Raum für Bildung, Beratung und Begegnung im Mölltal. Sie begann damals mit anderen Ehrenamtlichen in Obervellach Selbstbewusstseinsseminare für Frauen auf die Beine zu stellen.

Zur Person

Elisabeth Sagerschnig (71) aus Obervellach ist verheiratet, hat vier Kinder und sechs Enkelkinder.

In ihrer Freizeit singt sie gerne und genießt die Natur beim Wandern, Reisen oder Campen.

© KK

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