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Pilze selbst züchten: Tipps und Genuss aus St. Stefan im Rosental

Schwein gehabt: Bei Michaela Friedl wachsen Pilze im einstigen Saustall und bekommen das Rampenlicht, das sie verdienen.

Vom Sporenchaos zur Pilzperfektion: Michaela Friedl.
© Stefan Pajman
Vom Sporenchaos zur Pilzperfektion: Michaela Friedl.
Georg Hoffelner
Themenlead Kulinarik

Pilzesuchen ist kein Spaziergang – es ist eine Leidenschaft, eine Obsession. Man trifft sie im Verborgenen, die edlen Eierschwammerl, die schüchternen Morcheln, die feschen Parasole, und manchmal auch die halluzinogenen Irrtümer, die man besser stehen lässt, wenn man den restlichen Sonntag nicht mit Lichtwesen diskutieren will.

Video – Zu Gast bei Michaela Friedls Pilz-Paradies

Doch die Zeiten ändern sich. Der Pilz ist sesshaft geworden. Und schuld daran ist unter anderem Michaela Friedl, die mit einer Mischung aus Geduld, Sporenliebe und einer Prise Idealismus beweist: Für gutes Schwammerl braucht’s keinen Wald. Nur ein bisschen Zucht. Und Ordnung.

Neben den Frischpilzen werden die Pilze auch zu zahlreichen Produkten direkt am Hof veredelt.
© Stefan Pajman
Neben den Frischpilzen werden die Pilze auch zu zahlreichen Produkten direkt am Hof veredelt.

Die Diätologin hat sich vor fünf Jahren einen Traum erfüllt – und züchtet seither mit viel Herzblut und Know-how Pilze. Ihr Betrieb heißt treffend „Gut behütet“ – und der Name ist Programm. Im einstigen Schweinestall findet man in St. Stefan im Rosental heute ein Pilzparadies mit neun verschiedenen Sorten – von Klassikern wie dem Shiitake bis hin zu Exoten wie dem Igelstachelbart. In mit Strohpellets oder Holzsubstrat gefüllten Säcken wachsen hier Woche für Woche rund 150 Kilogramm Edelpilze. Die Bedingungen? Feucht, kühl, ruhig – wie im Waldboden, nur kontrollierter.

Wer sich nicht entscheiden kann, lässt sich am besten direkt im Hofladen beraten oder nimmt an einem Workshop teil. „Manche wollen lernen, wie man Pilze daheim züchtet – mit einem Erdkeller geht das erstaunlich gut“, sagt Friedl. Besonders beliebt: Austern- und Zitronenseitlinge.

Gleich nachkochen!

Im Gegensatz zum Wald braucht man sich bei Gut behütet nicht den Kopf zu zerbrechen, ob der Fund essbar ist. „Unsere Pilze sind garantiert genießbar – und man muss sie nicht mal suchen“, lacht Friedl. Ab Hof verkauft sie täglich frisch Geerntetes, auf Vorbestellung auch in größeren Mengen. „Im Sommer machen wir eine kleine Pause – dann gehen wir selbst in den Wald.“

© Infografik Kleine Zeitung

Download

Hier kann man sich Infos zu vier Zuchtpilzen herunterladen (PDF: 121 KB)

Doch Friedl belässt es nicht beim Züchten. Immer wieder kocht sie etwa in der „Lounge 81“ bei Bad Gleichenberg oder im Rahmen ihrer Workshops – und zeigt, wie vielfältig Pilze in der Küche einsetzbar sind. Von veganer Rosenseitlings-Carbonara bis zum Igelstachelbart-Steak ist alles möglich.

Herrlich passen dazu Kürbiskerne, die man gegen Ende mit den Pilzen mitröstet.
© Stefan Pajman
Herrlich passen dazu Kürbiskerne, die man gegen Ende mit den Pilzen mitröstet.

Kurz: Im Wald kann man sich verlaufen – bei Michaela Friedl findet man garantiert, was man sucht. Und wenn’s gut läuft, sogar den Geschmack des Sommers in einer Seitlingspfanne.

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