Blaulichtorganisationen sind sein Leben
Robert Schleiner (62) engagiert sich ehrenamtlich bei der Bergrettung und bei der Feuerwehr. Auch als Notfallsanitäter und Flugretter war er jahrelang aktiv.
45 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit mehr als 25 Jahren bei der Bergrettung, 25 Jahre Notfallsanitäter beim Roten Kreuz und 15 Jahre Flugretter – das ist die stolze Bilanz von Robert Schleiner (62) aus Radenthein. „Ich habe mein Leben seit der Jugend der Freiwilligkeit zur Verfügung gestellt“, sagt der Versicherungsmakler aus Obertweng. Auch heute noch ist er aktives Mitglied der Feuerwehr und leitet als Ortsstellenleiter die Bergrettung Radenthein-Nockberge: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Bei der Bergrettung braucht es gegenseitiges Vertrauen – im Einsatz hältst du die Kameradinnen und Kameraden sprichwörtlich am Seil.“
„Viele Einsätze gingen unter die Haut“
Neben den zahlreichen Stunden im Ehrenamt hat sich Schleiners Ausbildung mehrfach im privaten Leben bezahlt gemacht: „Ich konnte drei Menschen das Leben retten – einfach weil ich zufällig da war und sofort helfen konnte. Einmal bei einem Radrennen, da war ich genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Dabei war es nicht immer leicht. Einsätze, die unter die Haut gehen, gab es viele. „Gerade bei der Flug- und Bergrettung begeben wir uns oft selbst in Gefahr. Manche Situationen wirken nach – besonders wenn jemand leichtsinnig in den Bergen unterwegs war und daheim die Familie wartet“, sagt der vierfache Vater. „Und wenn man alles gibt, aber zu spät kommt – dann bleibt nur, zu sagen: Es war Schicksal.“
Schleiner: „Die Berge sind meine Heimat“
Den Abschied von der aktiven Tätigkeit beim Roten Kreuz und der Flugrettung beschreibt Robert Schleiner als bewussten Schritt: „Mit der Zeit sollte man den Jüngeren den Platz machen, damit sie ihre Chance bekommen.“ Heute engagiert sich Schleiner vor allem in der Organisation: Als Einsatzleiter koordiniert er Einsätze der Bergrettung. Seine Leidenschaft für die Berge bleibt: In der Freizeit ist er gerne mit dem Mountainbike unterwegs, auf Skitouren oder beim Klettern. „Die Berge sind meine Heimat“, sagt er.
Und noch ein besonderer Moment blieb in Erinnerung: „Ich war einmal als Double von Hans Sigl also für seine Rolle als Martin Gruber beim ‚Bergdoktor‘ im Einsatz. Da habe ich als Flugretter Stunts gemacht – das war definitiv einer der Höhepunkte meiner Flugretter-Karriere“, erzählt Schleiner mit einem Schmunzeln. Worauf es im Ehrenamt ankommt? Für ihn ist es klar: „Zeit hergeben, um anderen zu helfen – das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich. Aber es lohnt sich. Ich würde es immer wieder tun.“
Zur Person
Robert Schleiner (62) ist verheiratet mit Monika und Vater von vier Kindern. Er ist Ortsstellenleiter der Bergrettung Radenthein-Nockberge und aktives Mitglied der Feuerwehr Untertweng. Beruflich ist er als Versicherungsmakler tätig.
In seiner Freizeit zieht es ihn in die Berge, wo er gern Mountainbike fährt, Skifahren, Skitouren geht und klettert.