Kein „Schicksalsspiel“ für das neue GAK-Gesicht
Weniger Quantität, mehr Qualität: Trainer Rene Poms spricht von einem notwendigen Umbruch. So stellt sich der Konkurrenzkampf vor dem Gastspiel beim Schlusslicht dar.
Fest steht: Mur bleibt Mur. Denn: „Auch wenn wir mit null Punkten heimkommen, wird das Wasser in der Mur nicht aufhören zu rinnen“, weiß Rene Poms, „wenn wir nicht gewinnen, wird keine Tragödie entstehen.“ Was der GAK-Trainer damit sagen will: Selbstverständlich ist das Gastspiel in Altach (17 Uhr Sky) eine wichtige Standortbestimmung, auch der Brisanz der Tabellensituation ist man sich bewusst. Eine Entscheidung über den Klassenerhalt fällt beim Duell Letzter gegen Vorletzter allerdings noch nicht.
Welchen Fehler man vermeidet
„Intern machen wir nicht den Fehler, dass wir ein Schicksals- oder Entscheidungsspiel ausrufen. Im Endeffekt ist es eines von 16 Frühjahrsspielen, und das auch noch vor der Punkteteilung. In Wahrheit geht es um eineinhalb Punkte“, erläutert Poms. Der 49-Jährige spricht von einem normalen Meisterschaftsspiel, und wer das Wirken des Coaches auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass er so oder so höchste Energie verlangt und einen Sieg anpeilt. Über die ohnehin hohen Ansprüche hinaus Druck aufzubauen, wäre vermutlich nicht zielführend.
Es ging darum, die Qualität anzuheben und die Quantität zu reduzieren. Das ist aus meiner Sicht sehr gut gelungen.
— Rene Poms
Spannend wird es aber allemal, wie sich die personell adaptierten Rotjacken präsentieren. Fünf Neuzugänge stehen neun Abgängen gegenüber, der Kader wurde spürbar verschlankt. „Der Umbruch hat stattfinden müssen“, meint Poms, „es ging darum, die Qualität anzuheben und die Quantität zu reduzieren. Das ist aus meiner Sicht sehr gut gelungen. Das sieht man auch im Training. In jeder Spielform ist jetzt eine andere Intensität drinnen.“
Konkurrenzkampf gibt es in jeder Fußballmannschaft, geringer wurde er beim GAK in der Winterpause bestimmt nicht, schließlich ist die Zahl der Akteure mit klarem Startelfanspruch gestiegen. In der Vorbereitung hat sich durchaus schon so etwas wie ein erweiterter Stamm herauskristallisiert, wie auch der Trainer bestätigt. Wobei Poms speziell die gesteigerte Flexibilität gefällt: „Wir haben Wert darauf gelegt, Spieler zu holen, die nicht nur eine Position spielen können, sondern im besten Fall zwei, drei Positionen abdecken können. Wir können jetzt ein bisschen mehr hin- und herschieben, sodass wirklich die Spieler mit der aktuell besten Form gemeinsam spielen können.“
Mit Florian Wiegele wird einer der Neuzugänge als neue Nummer eins im Tor stehen. Auf den anderen Positionen gestaltet sich der Konkurrenzkampf derzeit wie folgt:
Abwehr: Die Neuzugänge Antonio Tikvic und Sadik Fofana sind Paradebeispiele für Vielseitigkeit, da beide Innenverteidiger auch im defensiven Mittelfeld aufgeboten werden können. Gerade Fofana ist ein heißer Kandidat, auf der Sechs aufgeboten zu werden. In Altach ist der gesperrte Milos Jovicic kein Thema. Spielt Fofana im Mittelfeld, scheinen Petar Filipovic und Lukas Graf die Favoriten für die beiden weiteren Plätze in der Dreierkette. In der Außenverteidigung herrscht nicht gerade Überangebot. Dominik Frieser (rechts) und Benjamin Rosenberger (links) haben die besten Karten, dahinter klopft Jacob Italiano an. Frieser kann wie gehabt auch eine Etappe weiter vorne spielen.
Mittelfeld: Wenn Laszlo Kleinheisler (Trainingsrückstand) und der in Altach gesperrte Zeteny Jano eingreifen, wird es richtig spannend. Kapitän Marco Perchtold war unter Poms gesetzt. Selbiges galt für Murat Satin, der das Fehlen des angeschlagenen Tio Cipot am linken Flügel kompensieren könnte. Christian Lichtenberger hat seinen Wert in der Herbstsaison unter Beweis gestellt. Stehen alle Kandidaten zur Verfügung, besteht die Qual der Wahl.
Angriff: Mit Daniel Maderner und Romeo Vucic stehen zwei Mittelstürmer zur Verfügung. Ersterer ist der Favorit und bezeichnet sich selbst als fit: „Ich habe die Vorbereitung voll durchgezogen, nur vorige Woche kurz ausgesetzt. Ich fühle mich in sehr guter Verfassung.“
Allgemein geht Poms davon aus, dass es ein wenig Zeit benötigt, bis sich die neuformierte Formation findet: „So realistisch bin ich schon, dass ich weiß, dass nicht alles von Anfang an perfekt funktionieren wird.“ Ab wann es richtig zählt, ist ohnehin kein Geheimnis. „Wichtig ist, dass wir nach der Punkteteilung top und alle voll integriert sind. Aber natürlich ist schon in Altach das absolute Ziel, eine gute Leistung zu bringen und zu gewinnen.“