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Aflenzer-Bürgermeister: „Wir sind kein Swing-State“

Die Landtagswahl färbte den Bezirk Bruck-Mürzzuschlag zu großen Teilen blau und rot, nur in Aflenz war die ÖVP noch stimmenstärkste Partei.

Die ÖVP konnte nur in Aflenz den ersten Platz holen, das Bezirksergebnis stimmt Bürgermeister Hubert Lenger aber nachdenklich
© KLZ / Montage: Pototschnig/rechberger
Die ÖVP konnte nur in Aflenz den ersten Platz holen, das Bezirksergebnis stimmt Bürgermeister Hubert Lenger aber nachdenklich
Moritz Prettenhofer
Redakteur Regionalredaktion Mürztal

Die Landtagswahl ist geschlagen und hat auch den Bezirk Bruck-Mürzzuschlag in großen Teilen blau gefärbt. Als großer Verlierer, im Vergleich zur Landtagswahl 2019, geht die ÖVP hervor, die in neun Gemeinden ihre Vormachtstellung verlor – nahezu immer an die Freiheitlichen. Einzig und allein in Aflenz bleibt die ÖVP trotz Verlusten mit 31,4 Prozent stärkste Kraft.

Warum konnte sich die ÖVP ausgerechnet dort behaupten? „Es hat sicher mit einer grundsätzlichen Zufriedenheit und der Arbeit der letzten Jahre zu tun“, schätzt Bürgermeister Hubert Lenger: „Wir sind halt eine ÖVP-Gemeinde, so wie viele andere eben eine SPÖ-Gemeinde sind.“

„Wir haben selbst unsere Baustellen“

Seit der Gemeindezusammenlegung 2015 war die Volkspartei in Aflenz bei jeder Nationalrats-, Landtags- und Gemeinderatswahl durchgehend stärkste Kraft. Auch abseits des ÖVP-Ergebnisses sorgte Aflenz in der Vergangenheit für Anomalien im Bezirk: Bei der Nationalratswahl schnitten etwa die Grünen (7,7 Prozent) und die Neos (8,8 Prozent) gut ab. „Wir sind kein Swing-State oder eine Swing-City wie Graz, wissen aber schon, dass wir in der Gemeinde eine bestimmte Klientel haben, die Grün wählt“, meint Lenger.

Hubert Lenger ist seit 2015 Bürgermeister der zusammengelegten Gemeinde Aflenz
© KLZ / Pototschnig Franz
Hubert Lenger ist seit 2015 Bürgermeister der zusammengelegten Gemeinde Aflenz

Das schlechte Ergebnis im Bezirk stimmt ihn trotzdem nachdenklich. Die Koalitionsverhandlungen im Bund habe man gespürt, „das Ergebnis darauf zu reduzieren, wäre aber zu einfach. Wir haben auch selbst unsere Baustellen und Themen, wo wir nicht gut genug kommuniziert haben“, meint Lenger und führt etwa die Spitalsreformen in den Bezirken Liezen, Leoben und eben Bruck-Mürzzuschlag als Beispiele an. Regional habe man mit Hans Seitinger zudem ein wichtiges Zugpferd verloren.

Dann kommt für ihn auch noch der mangelnde Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad von Christopher Drexler dazu: „Für mich ist er einer der klügsten Köpfe in der Politik in Graz, aber er kommt offensichtlich nicht sehr bei den Leuten an.“ In den steirischen Koalitionsverhandlungen sieht er die FPÖ klar am Zug, diese solle auch den Landeshauptmann stellen. „Eine Koalition der Verlierer kann ich mir nicht vorstellen“, so Lenger.

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