Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Das Gezerre um den Thurner Kirchsteig endet gütlich

Die Stadt Lienz und jener Bauer in Patriasdorf, der einen bestehenden Gehweg abgesperrt hatte, sind zu einer Einigung gekommen.

Diese Absperrung soll entfernt werden, damit der Thurner Kirchsteig wieder begangen werden kann
© Christoph Blassnig
Diese Absperrung soll entfernt werden, damit der Thurner Kirchsteig wieder begangen werden kann
Christoph Blassnig

„Ich persönlich finde es sehr schade, dass es so weit gekommen ist. Aber wir werden den Klagsweg beschreiten“, kündigte die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik im April in einer Gemeinderatssitzung an. „Wir haben uns die rechtliche Situation angeschaut. Wir würden unser Wegerecht auf jeden Fall verlieren, wenn wir uns nicht rechtzeitig wehren.“

Der Bauer sperrte den Kirchsteig, der über seinen Grund führt

Ein Landwirt in Patriasdorf hatte nämlich den Thurner Kirchsteig, der über sein Grundstück und nahe am Wohnhaus vorbeiführt, eigenmächtig abgesperrt und mit einer Tafel Zuwiderhandelnden mit „Besitzstörungsanzeige“ gedroht. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Konflikte um das Wegerecht gegeben. Die Thurner Bevölkerung gelangt seit Jahrhunderten über diesen Steig zur Pfarrkirche St. Andrä in Lienz und nutzt heute noch den städtischen Friedhof dort.

Erst ein Brief des Anwalts führte zu einer Einigung

Erst ein Schreiben des Anwalts der Stadt Lienz hat erreicht, dass sich die Parteien zu einem Gespräch zusammengefunden haben. Telefonisch ist der Bauer nicht zu erreichen, obwohl es eine Festnetznummer gibt. Das bestätigen auch Nachbarn.

„Wir haben uns geeinigt“, berichtet die Lienzer Bürgermeisterin. Der Landwirt habe erklärt, das Wegerecht an sich nie in Frage gestellt zu haben. Doch in unmittelbarer Nähe zu seinem Wohnhaus seien in der Vergangenheit nicht nur Fußgänger unterwegs gewesen, sondern auch Mountainbiker, und das mit Höchstgeschwindigkeit. „Es ist immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen, auch für die dort spielenden Kinder der Familie“, äußert Blanik dafür Verständnis.

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik hat für die Stadt das Wegerecht durchgesetzt
© Christoph Blassnig
Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik hat für die Stadt das Wegerecht durchgesetzt

Man stimmte überein, dass der Kirchweg wieder frei zugänglich gehalten werden muss. Mit der Einschränkung, dass ein Befahren mit Rädern ausdrücklich verboten bleibt. „Ein hölzernes Gatter soll Fußgängern den Zutritt ermöglichen, eine Tafel wird auf das strikte Fahrverbot hinweisen“, erläutert die Bürgermeisterin die Übereinkunft.

TVB-Obmann Franz Theurl hofft, dass Ruhe einkehrt

Erfreut darüber ist auch Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes. Der Kirchsteig ist in den offiziellen Wegekarten eingezeichnet. Es soll in der Vergangenheit Beschwerden über lautstarke Auseinandersetzungen zwischen den Bauersleuten und ahnungslosen Wanderern gegeben haben. „Vielleicht können wir auch irgendwo eine kleine Harpfe für Hinweisschilder und Wegbeschreibungen aufstellen“, hofft Theurl. „Ich wünsche mir jedenfalls, dass es keine Probleme mehr gibt.“

Mehr zum Thema: