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Chronik

Diese Schlangen sind in der Steiermark anzutreffen

Sommerzeit ist Schlangenzeit – aber was schlängelt sich durch die Steiermark? Und was macht die heimischen Reptilien aus? Eva Bernhart, Biologin der Berg- und Naturwacht, gibt Auskunft.

Michael Kloiber
Michael Kloiber
Michael Kloiber
Leiter Steiermark-Ressort
vor 2 Jahren28. Juli 2024 um 16:30
SteiermarkKärnten
„Die Würfelnatter ist eine harmlose und ungiftige Schlangenart, die sehr gut an das Leben im und am Wasser angepasst ist“, erklärt Bernhart. In Österreich gilt sie als stark gefährdet, da sie auf fischreiche Fließgewässer mit reich strukturierten Ufern angewiesen ist. „Charakteristisch ist ein würfeliges Schachbrettmuster am Rücken, die Grundfarbe sind Grautöne, die Bauchseite ist weißlich bis schwach rötlich mit schwarzer Fleckenzeichnung“, beschreibt die Expertin. Die ungiftige Würfelnatter wird selten beobachtet, da sie einen beträchtlichen Teil ihrer Aktivitätsperiode im Wasser verbringt.
„Die zierliche, maximal 80 Zentiemter lange Schling- oder Glattnatter ist die zweihäufigste Schlangenart Österreichs“, weiß Eva Bernhart, Expertin der Berg- und Naturwacht. „Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise ist sie jedoch in der Bevölkerung weitestgehend unbekannt und wird gerne wegen ihres - bei flüchtiger Beobachtung dem der Kreuzotter ähnlichen Zeichnungsmusters - mit dieser verwechselt.“ Die Schlingnatter ist gräulich- oder rötlich-braun gefärbt und leicht an ihrem „Krönchen“ - ein herz- oder hufeisenförmiger Fleck auf dem Kopf - zu erkennen. „Die Schlingnatter bewohnt trockene und warme Biotope mit ausreichenden Unterschlupfmöglichkeiten.“ Der Name der ungefährlichen Schlingnatter leitet sich von ihrem Verhalten ab, Beutetiere blitzschnell zu umschlingen, der Name Glattnatter bezieht sich auf ihre ungekielten Schuppen. Auf ihrem Speiseplan stehen Reptilien und junge Säugetiere.
„Die Ringelnatter ist die am weitest verbreitete und bekannte Schlangenart Österreichs.“, erklärt die steirische Biologin Eva Bernhart. Meist trifft man das ungefährliche Tier an Ufern von stehenden oder fließenden Gewässern an, wo sie ihre bevorzugte Beute (Frösche, Kröten, Kaulquappen und Fische) jagt. „Charakteristisch ist ihr gelblichweißer bis orangefarbener Halbmondfleck am Kopf, die Färbung ihrer Körperschuppen variiert von hell- bis dunkelgrau, es treten aber auch vollkommen schwarz gefärbte Exemplare auf.“
Hier ist Vorsicht angesagt, denn: „Die Kreuzotter zählt zu den Vipern und ist unsere häufigste Giftschlange“, erklärt Eva Bernhart. Sie ist für eine Viper relativ schlank und maximal 80 Zentimeter groß. „Charakteristisch für die Kreuzotter ist das meist scharf von der Körperfärbung abgegrenzte Zickzackband am Rücken, eine X-förmige Zeichnung am Hinterkopf und die für Vipern typischen senkrechten Pupillen“. Die Körperfärbung selbst ist laut der Expertin sehr variabel, die Tiere kommen in den unterschiedlichsten Braun- und Grautönen vor, auch rein kupferrote oder gänzlich schwarz gefärbte Tiere (sogenannte „Höllenottern“) treten regelmäßig auf. „Die Kreuzotter kommt in der Steiermark nördlich der Mur-Mürz-Furche vor, wobei in höheren Lagen der Schwerpunkt ihrer Verbreitung vor allem ober der Waldgrenze in der sogenannten Latschenzone liegt, in tieferen Lagen in Mooren und Feuchtgebieten.“ Das Reptil bewohnt strukturreiche Lebensräume mit Versteckmöglichkeiten und gutem Nahrungsangebot - Kleinsäuger, Amphibien und Bergeidechsen. In der alpinen Region sind das traditionell bewirtschaftete Almen, besonnte, felsendurchsetzte Hänge, Zwergstrauchheiden und Latschengebüsche.
„Die Hornotter ist unsere zweite heimische Vipernart, die allerdings in der Steiermark vom Aussterben bedroht ist und nur noch punktuell in der Südsteiermark und der Obersteiermark zur kärntnerischen Grenze vorkommt“, erklärt Eva Bernhart. Auf die Hornotter in der Steiermark zu treffen, sei also äußerst unwahrscheinlich und einem Lottogewinn gleichzusetzen. „Ihr typischer Lebensraum sind trockene, buschreiche Wiesen, verkrautete Bahndämme, deckungsreiche Lichtungen und Kahlschläge, Felssturzgebiete und Steinbrüche“, so die Expertin. Charakteristisch für die Art ist das namengebende Schnauzenhorn, das Zackenband am Rücken, der eher plumpe Körperbau mit kurzem Schwanz und die senkrechte Pupille. Die Rückenfärbung schwankt zwischen silberweiß, grau über beige bis braun.
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