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Bei Demenz: So wird die Wohnung sicherer

Um das Unfallrisiko für Demenzkranke in den eigenen vier Wänden zu verringern, reichen oft schon wenige Handgriffe - und Material, das nur wenige Euro kostet.

Kleine Maßnahmen und einfache Hilfsmittel können das Unfallrisiko in den eigenen vier Wänden erheblich reduzieren
© Heiko Wolfraum
Kleine Maßnahmen und einfache Hilfsmittel können das Unfallrisiko in den eigenen vier Wänden erheblich reduzieren

Orientierungssinn und Gedächtnis lassen immer mehr nach: Passiert das im Zuge einer Demenz, drohen auch in den eigenen vier Wänden immer mehr Gefahren. Pflegende Angehörige fragen sich dann oft: Was können wir tun? Die gute Nachricht: Um das Unfallrisiko zu verringern, reichen oft schon wenige Handgriffe - und Material, das nur wenige Euro kostet.

Zum Beispiel Klebeband, das in einer auffälligen Farbe leuchtet. Treppen werden nämlich sicherer, wenn man die einzelnen Stufen damit markiert, rät die deutsche Alzheimer Forschung Initiative (AFI). Das senkt die Sturzgefahr. Auch Stolperfallen wie hohe Teppichkanten oder Kabel, die auf dem Boden liegen, lassen sich oft in wenigen Minuten beseitigen. Tipps zur Wohnungsgestaltung hat auch die Organisation Alzheimer Austria:

Tipps zur Wohnungsgestaltung

  • Die Wohnräume sollten möglichst hell und überschaubar sein
  • Nehmen Sie aber keine großen Veränderungen in gewohnten Räumen vor, da dies zur Verwirrung beitragen kann.
  • Schaffen Sie viel Platz zum Wandern, bieten Sie evtl. Rundgänge an, aber auch Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten sollten gegeben sein
  • Halten Sie nur mäßig Ordnung, lassen Sie Dinge zum Kramen herumstehen, Menschen mit Demenz räumen gerne
  • Achten Sie auf scharfe Kanten und Ecken und runden Sie diese ab, wackeliges Mobiliar kann die Sturzgefahr erhöhen, bringen Sie Haltegriffe in Nassräumen und im Bereich von Stiegen an.
  • Bringen Sie häufig benutzte Schalter leicht erreichbar an und kennzeichnen Sie diese
  • Beleuchten Sie Zimmertüren und kennzeichnen Sie diese mit großen Buchstaben oder Bildern
  • Achten Sie auf rutschfeste Bodenbeläge, sichern Sie Stolperkabel und Stufen Muster am Boden werden manchmal als Hindernis angesehen, dies kann verunsichern
  • Sichern Sie Gefahrenquellen (z.B. Herd), aber finden Sie bei allen Maßnahmen einen vernünftigen Kompromiss zwischen Sicherheit und Freiheit

Quelle: Alzheimer Austria

Das Badezimmer

Müssen Warm- und Kaltwasser separat aufgedreht werden, drohen Verbrennungen, wenn die demenzkranke Person den falschen Hahn erwischt. Daher ist es sinnvoll, am Wasserhahn gut sichtbare Markierungen anzubringen. Das können größere Klebepunkte sein: Rot steht für heiß, Blau für kalt.

Auf nassem Untergrund drohen Stürze: Ist der Boden von Dusche oder Badewanne mit Gummimatten ausgelegt oder mit Anti-Rutsch-Streifen beklebt, bringt das mehr Sicherheit, so die AFI. Ebenso: ein Duschhocker und Haltegriffe.

Die Küche

Der Filterkaffee ist längst durchgelaufen und getrunken, doch die Maschine ist immer noch eingeschaltet: So kann ein Brand entstehen. Elektrogeräte wie Kaffeemaschine, Wasserkocher oder Bügeleisen sollten eine Abschaltautomatik haben. Bei Personen mit Demenz ist zudem ein Rauchmelder durchaus sinnvoll, rät die AFI.

Ein weiterer kleiner Trick kann die Gefahr von Verbrennungen beim Kochen reduzieren: Der Griff von Topf oder Pfanne sollte stets zur Rückseite des Herdes zeigen, dafür sollten pflegende Angehörige den Erkrankten sensibilisieren. So kann man beim Vorbeigehen nicht daran hängenbleiben, sodass die Kochutensilien - samt heißem Inhalt - herunterfallen.

Die Wohnungstür

Viele Menschen mit einer Demenz haben eine sogenannte Hinlauftendenz, verlassen also das Haus. Für Außenstehende wirken diese Ausflüge ziellos, die betroffenen Personen selbst sind aber der Überzeugung, draußen etwas Wichtiges erledigen zu müssen. Oft finden sie nicht mehr alleine zurück. Der AFI zufolge lässt sich der Hinlauftendenz entgegenwirken, wenn die Wohnungstür getarnt ist. Dafür eignet sich etwa ein Poster, das ein Bücherregal zeigt, oder auch ein Vorhang vor der Tür.

Den Alltag gestalten – Was können Sie tun?

  • Erhalten Sie so lange wie möglich die Selbständigkeit und Autonomie des Betroffenen
  • Lassen Sie ihm Wahlmöglichkeiten
  • Geben Sie ihm Beschäftigung und Aufgaben – keine Über- und keine Unterforderung
  • Achten Sie auf das, was noch gut funktioniert, erhalten Sie es und bauen Sie darauf auf
  • Behalten Sie Routinetätigkeiten bei und fördern Sie diese Schaffen Sie eine Tagesstruktur, die auch Raum für persönliche Wünsche lässt
  • Pflegen Sie Gewohnheiten und Rituale Gestalten Sie das Umfeld, aber führen Sie keine großen Veränderungen durch
  • Bemühen Sie sich ruhig und gelassen zu reagieren
  • Sprechen Sie immer Lob und Anerkennung aus
  • Schauen Sie auf Sicherheit
  • Lassen Sie Raum für Gefühle

Quelle: Alzheimer Austria

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