Volksschule in St. Radegund ist nicht mehr zu retten
St. Radegund bei Graz ist zum Katastrophengebiet erklärt worden. Das Schulgebäude muss nach den Unwettern abgerissen werden, das Trinkwasser ist frühestens ab Samstag wieder genießbar.
Der Schultrakt, in dem vier Klassen von Volksschülern letzte Woche noch unterrichtet wurden, ist nicht mehr zu retten: „Das statische Gutachten hat ergeben, dass der Trakt nur noch abgerissen werden kann“, sagt Hannes Kogler, der Bürgermeister von St. Radegund bei Graz (Bezirk Graz-Umgebung). Das 50 Jahre alte Schulgebäude ist zwar erst vor rund zehn Jahren saniert worden, das Problem war aber das Fundament: „Damals wurde es mit Pfählen errichtet, der Hang wurde jetzt von den Wassermassen komplett unterspült und rutscht nun weg“, so Kogler. Während der Turnsaaltrakt erhalten bleiben kann, bleibt also nichts als ein Abriss des Schultrakts. Langfristig gibt es wohl keine Alternative zu einem Neubau.
Unterrichtet werden die Schülerinnen und Schüler derzeit per Homeschooling, die Suche nach passenden Ausweichquartieren – etwa in der Pfarre oder im Feuerwehrhaus – läuft noch, für das kommende Schuljahr wird wohl ein Containerdorf im Doktorpark beim Gemeindeamt errichtet werden.
Am Donnerstag beginnt man damit, das Schulgebäude auszuräumen. Betreten dürfen es aus Sicherheitsgründen nur Einsatzkräfte.

Leitungswasser frühestens ab Samstag trinkbar
Ausgerechnet am Fuße des Schöckls, in einem Ort, der für seine vielen Quellen bekannt ist, sollte man nach wie vor nicht aus der Wasserleitung trinken: Wie berichtet, wurde das Wasser in der Ortswasserleitung durch den Schlamm verunreinigt. Die betroffene Quelle konnte zwar ausgemacht und vom Netz genommen werden, bis das Leitungswasser wieder unbedenklich getrunken werden kann, dauert es aber noch. „Am Donnerstag wird ein Gutachten gemacht, die Ergebnisse sollten wir aber erst am Samstag bekommen“, so Kogler: Wenn dann alles passt, muss man nicht mehr auf abgefülltes Wasser aus den Geschäften zurückgreifen.
Wasser ist auch im Gemeindeamt erhältlich – allerdings nicht kostenlos: Man befürchtete, dass es sonst zum Hamstern kommt.
Straße bleibt noch gesperrt
Die Landesstraße Rineggerstraße (L 329; in Graz: Radegunder Straße) war im Bereich Annagraben gesperrt, der Bus bis Dürrgrabenweg kann aber bereits wieder fahren. Der Rest wird mindestens bis Ende der Woche gesperrt sein, hieß es vom Land Steiermark. Im Bereich der Klamm (km 11,0) sei mit einer längerfristigen Sperre zu rechnen.
Auch am Schöckl werden Attraktionen wie der Hexenexpress und die Mountainbike-Strecken frühestens erst ab Freitag wieder geöffnet.

