Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Wettskandal im Fußball: Ein Beschuldigter wurde festgenommen

2020 soll ein Oberösterreichischer Verein ein Match gegen Austria Klagenfurt manipuliert haben. Jetzt wurde ein Ex-Funktionär des Klubs aus dem Verkehr gezogen – wegen Drogenschmuggels.

300.000 Euro wurden am 28. August 2020 auf das Match Austria Klagenfurt gegen Stadl-Paura gewettet
© imago sportfotodienst (Symbolfoto)
300.000 Euro wurden am 28. August 2020 auf das Match Austria Klagenfurt gegen Stadl-Paura gewettet
Jochen Habich
Redakteur Kärnten-Ressort

Gibt’s im Klagenfurter Wettskandal doch eine Verlängerung? Fast vier Jahre nach dem mutmaßlich manipulierten Fußballspiel zwischen Austria Klagenfurt und Stadl-Paura wurde ein ehemaliger Funktionär (52) des oberösterreichischen Vereins festgenommen, bestätigt Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft (StA) Klagenfurt, einen Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten.

Die Verhaftung hat die Ermittler in Kärnten überrascht: Denn die StA Klagenfurt hat den 52-Jährigen gar nicht zur Fahndung ausgeschrieben, so Kitz. Das waren serbische Behörden. Sie haben nach dem Mann wegen des Verdachts des Drogenhandels- und -schmuggels gesucht. Ihm wird vorgeworfen, als Chef einer großen Bande, etwa 170 Kilogramm Amphetamine (unter anderen Aufputschmittel) und mehrere Tausende Ecstasy-Tabletten verkauft zu haben. Vor Kurzem klickten für den Mann in Tschechien die Handschellen. Dort sitzt er in Haft und wartet auf seine Auslieferung nach Serbien.

Drogen-Causa „geerbt“

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt will die Gunst der Stunde nutzen und hat ein Rechtshilfeansuchen in Serbien gestellt. Weil gegen den Mann in Kärnten bereits wegen des Wettskandals ermittelt wird, haben die heimischen Behörden die Drogen-Causa „geerbt“, zumindest die für Österreich relevanten Teile. In Klagenfurt ist jetzt auch ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Suchtgifthandels im Zuge einer kriminellen Vereinigung anhängig.

Der 52-Jährige wird, als einer von drei Männern, beschuldigt, als damaliger Sportchef des ATSV Stadl-Paura, eigene Spieler zu schlechten Leistungen angestiftet zu haben. Am 28. August 2020 spielten die Oberösterreicher im Wörthersee Stadion im ÖFB-Cup gegen Austria Klagenfurt. Die Heimmannschaft, die von den Tricksereien nichts wusste, gewann mit 7:1. Drei Austria-Tore fielen in den letzten zehn Spielminuten. Kein Zufall, wie ein Ex-Stadl-Paura-Kicker Tage später vor der Polizei ausgesagt hat. In Asien waren rund 300.000 Euro darauf gewettet worden, dass die Oberösterreicher späte Gegentore bekommen. Es sollen nicht die einzigen Spielmanipulationen im Umfeld von Stadl-Paura gewesen sein.

Schweigen in Südkorea

Mastermind soll der damalige Stadl-Paura Sponsor aus Südkorea gewesen sein. Eine Anfrage der Staatsanwaltschaft Klagenfurt an Behörden des asiatischen Staates auf Auslieferung des Beschuldigten ist seit zwei Jahren unbeantwortet. Vielleicht bringt jetzt die Spur nach Serbien einen Durchbruch.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Mehr aus Kärnten