Olympiasieger Benjamin Karl „fährt“ auf Damen ab: „Es matcht“
Olympiasieger und Fünffach-Weltmeister Benjamin Karl (38) „verspielte“ in Carezza den Einzug ins große Finale. Rang drei war sein insgesamt 50. Podestplatz im Weltcup.

Dass er Geschichten schreiben kann, hat Olympiasieger und Fünffach-Weltmeister Benjamin Karl mehrmals eindrucksvoll demonstriert. Der vierte Erfolg in Carezza blieb ihm heuer verwehrt (der Sieg ging an Lokalmatador Maurizio Bormolini), dabei hätte es der 38-Jährige drauf gehabt.
„Im Halbfinale habe ich meinen Gegner nicht mehr gespürt. Ich dachte wirklich, dass er ein Tor hinter mir ist und habe es dann leider übersehen“, offenbart Karl, der von einem „unglaublich harten Tag“ spricht. „Es waren ‚Benji-Bedingungen‘, ein echter Carezza-Style, schwierig, aber geil.“
„Diesen dritten Platz habe ich mir echt redlich verdient“
Der gebürtige Niederösterreicher macht kein Geheimnis daraus, dass auf dem anspruchsvollen „Pra-di-Tori“-Hang „auch im Achtelfinale Schluss sein hätte können“. Im ersten Duell traf er nämlich gleich auf den amtierenden Weltmeister. „So ehrlich muss man auch sein, bei mir ist es mit Vollgas losgegangen, dann bin ich auch einmal im Gatsch herumgekurvt. Diesen dritten Platz habe ich mir echt redlich verdient.“
Es läuft definitiv, war Karl eigentlich noch gar nicht so richtig im Rennmodus. „Ich musste mich da erst wieder reinkämpfen. Den Fokus und die Spannung den ganzen Tag zu halten, ist nicht so ohne.“
„Es matcht einfach“
Was viele eventuell interessiert, warum der zweifache Familienvater tatsächlich auf Frauen „steht“? „Diese Damen-Bindungsplatte fährt sonst kein Mann. Wir haben sie im Frühjahr getestet. Das Set-Up und das Brett müssen letztlich immer ideal zusammenpassen, und diese Platte, die sehr weich ist, passt optimal zu meinem recht harten Board. Es matcht einfach“, sagt Karl, der sich am Freitag mit dem Team auf nach Cortina macht und sich dort die Ski anschnallen wird. „Skifahren macht nämlich auch schnell fürs Snowboarden.“
Am Samstag (Finale der Top 16 ab 18 Uhr) folgt in Cortina d‘Ampezzo ein weiterer Riesentorlauf. „Zuerst zieht man dort die ersten vier Tore mit Speed runter und dann geht es ins Flache über. Ich war auch dort schon ein paar Mal am Stockerl“, kennt Karl seine Qualitäten.



