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Alex Payer: „Ich verspüre keine Lebensgefahr, wenn ich einen Hang hinunterbretter“

Am Donnerstag fällt für die Parallelboarder der Startschuss in die neue Saison. Mit Sabine Schöffmann, Daniela Ulbing, Fabian Obmann, Alex Payer und Aron Juritz greifen fünf Kärntner an.

Dieses Kärntner Quintett startet am Donnerstag in Carezza in die Weltcupsaison
© Privat
Dieses Kärntner Quintett startet am Donnerstag in Carezza in die Weltcupsaison
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

Wenn heute in Carezza (Finale der Top 16 ab 13.15 Uhr) der Startschuss in die Weltcupsaison fällt, sind verschärfte Blicke auf Kärntens Erfolgsboarder gerichtet. Für einen aus diesem Quintett ist das Antreten „schon wie ein kleiner Sieg“. Die Rede ist von Alex Payer, der sich im Februar bei der WM einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Der 34-Jährige hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass die Zwangspause auch Spuren hinterließ. „Weshalb soll ich verheimlichen, dass es beschissene Tage gab? Ich hatte Gedanken, dass es nichts mehr wird.“

Dieses Kopfkino gehört inzwischen der Vergangenheit an. Der WM-Dritte 2023 ist wieder mittendrin im Geschehen, „aber Bestzeiten sind noch nicht zu erwarten. Mir fehlen fast drei Monate Vorbereitungszeit und völlig schmerzfrei bin ich auch nicht.“ Kürzlich traf Payer den Pistenarzt aus Georgien, der fast schockiert gewesen ist, „dass ich schon so weit bin. Von dem her habe ich wohl einiges richtig gemacht“, verdeutlicht der Wintersportler aus St. Urban, der die Dezember-Rennen als Grundstein für die Bewerbe im Jänner sieht.

Ich werde nichts mit der Brechstange angehen. Ich bin Realist genug, was für mich derzeit möglich ist. Ich verspüre keine Lebensgefahr, wenn ich einen Hang hinunterbretter‘.

— Alex Payer

Anfertigung von speziellen Knieschützern

Seine Verlobte Sabine Schöffmann – 2024 wird übrigens geheiratet – spricht von gemischten Gefühlen. „Carezza ist für mich schwierig. Der Hang ist einer der schwersten überhaupt“, sagt die 31-Jährige und gesteht, „dass ich oft mit dem Steilhang so beschäftigt bin, dass ich den Übergang ins Flache versäume. Das will ich heuer ändern.“

Sabine Schöffmann holte sich 2023 in Georgien zwei WM-Medaillen
© GEPA
Sabine Schöffmann holte sich 2023 in Georgien zwei WM-Medaillen

Das Training in Italien verlief „eher mittelmäßig, aber vielleicht klappt es ja beim 14. Anlauf besser. Ohne Fluor sind wir gespannt, was uns die Serviceleute herzaubern“, erzählt die zweifache WM-Medaillengewinnerin 2023, die im Herbst eine dreiwöchige Pause einlegen musste. „Ich habe mir das Knie angeschlagen und mir danach spezielle Knieschützer anfertigen lassen, dass mir das nicht mehr passiert.“

Für Daniela Ulbing hätte die vergangene Saison nahezu perfekt sein können. Die Drobollacherin kürte sich zur Vizeweltmeisterin und im Kampf um die große Kristallkugel war sie bis zum Saisonfinish involviert. Hätte bloß nicht der Verletzungsteufel zugeschlagen. Bereits im Vorfeld der WM brach sich die 25-Jährige die linke Hand und holte sensationell WM-Silber. Doch das war noch nicht alles. Anschließend zog sie sich an der rechten Hand mehrere Blessuren zu, einige Sehnen waren durchtrennt – Schiene inklusive.

„Abgerechnet wird am Saisonende“

Die Silbermedaillengewinnerin von Olympia 2022 kam an einer Zwangspause nicht vorbei. „Ohne kämpfen zu können, aufgeben zu müssen, hat weh getan, aber es hat mich noch hungriger gemacht.“ Die Erinnerungen an Carezza sind spezielle, feierte die Weltmeisterin von 2017 in Italien ihren Premieren-Weltcupsieg im Parallelriesentorlauf. An die große Kugel wird im Augenblick noch nicht gedacht. „Dafür braucht man das Können, das Quäntchen Glück und eine unglaubliche Konstanz. Abgerechnet wird am Saisonende.“

Fabian Obmann sorgte vergangene Saison als Gesamtweltcupsieger für die große Sensation schlechthin. Der 27-Jährige aus Meiselding hat im Finish nicht nur andere, sondern auch sich selbst überrascht. „Deshalb habe ich auch nicht viel geändert. Im Training klappt alles super.

Fabian Obmann gewann letzte Saison sensationell den Gesamtweltcup
© GEPA/Karpaviciute
Fabian Obmann gewann letzte Saison sensationell den Gesamtweltcup

Ich hatte selten so eine problemlose Vorbereitung und ich bin schnell und konstant.

— Fabian Obmann

Druck verspüre er nach der starken Saison keinen, doch der Allrounder ist schmerzhaft draufgekommen, dass „eine große Kugel sehr wenig bringt. Es ist enorm schwierig, da bei uns die Präsenz nicht wie in anderen Sportarten gegeben ist.“ Zumindest seine Boards muss er sich heuer zum ersten Mal nicht mehr selbst finanzieren.

Obmanns Zimmerkollege Aron Juritz nahm nach seinem Markenwechsel einen deutlichen Aufschwung wahr. „Es gibt mir mehr Stabilität. Ich bin zuversichtlich, dass ich bei den ersten Rennen dort anknüpfen kann, wo ich aufgehört habe.“

Nach Carezza geht bereits kommenden Samstag (Finale der Top 16 ab 18 Uhr) in Cortina der zweite Weltcup in Szene.

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