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Welschriesling - Vinophiler Underdog mit großer Zukunft

Im Gespräch mit regionalen Winzern verrät Sommelier René Kollegger das Wichtigste über unsere Rebsorten. Bei Katharina Tinnacher wird besprochen, weshalb der Welschriesling, der vielleicht am meisten unterschätzte Wein in Österreich ist.

Katharina Tinnacher und René Kollegger besprechen die Vorzüge des Welschriesling
© Georg Hoffelner
Katharina Tinnacher und René Kollegger besprechen die Vorzüge des Welschriesling
Georg Hoffelner
Themenlead Kulinarik

Oft abgestempelt als Mischungswein oder Massenware, gilt der Welschriesling definitiv als Außenseiter unter den heimischen Rebsorten. Das Image ist viel schlechter als sein Geschmack. Vor allem gibt er bis heute Rätsel auf. Weder die Herkunft noch der Name oder die Abstammung dieser Rebsorte konnte bis heute eindeutig geklärt werden. Kroatien könnte das Ursprungsland sein. Manche sind der Ansicht, er stammt aus dem Norden Italiens und wieder anderen Quellen zufolge entstand der Welschriesling im Donaubecken.

Video - Welschriesling-Know-how am Weingut Lackner Tinnacher

Doch ganz egal woher er ursprünglich stammt: gut gemacht, hat er enormes Potenzial. Am Weingut Lackner-Tinnacher in Gamlitz zeigt Winzerin Katharina Tinnacher was die Rebsorte alles kann. Im Gespräch mit Rene Kollegger erklärt sie, warum man vor allem dieser Rebsorte bereits im Weingarten besondere Aufmerksamkeit schenken sollte: „Welschriesling ist eine Rebsorte, die in der Vegetation sehr lange braucht. Sie wird spät reif, die Trauben können also erst spät geerntet werden. Das heißt sie sind noch im Klima, wo es kühle Nächte gibt, aber auch warme Tage. Vor allem in den Steillagen. Dieser Temperaturunterschied bringt dann Saftigkeit, Frische, aber auch eine ausgeprägte Aromatik. Das sind eigentlich alles typische steirische Attribute.“

Katharina Tinnacher bewirtschaftet in der Südsteiermark ein Familienweingut mit 27 Hektar
© Höfler
Katharina Tinnacher bewirtschaftet in der Südsteiermark ein Familienweingut mit 27 Hektar

Sommelier Kollegger hat dem nicht hinzuzufügen. Außer ehrliche Begeisterung: „Wird Welschriesling so vinifiziert, hat er Frische, Leichtigkeit und wenig Alkohol. Ein Wein, der einfach nur glücklich macht. Er hat die letzten Jahre sein eigenes Profil bekommen und dadurch eine berechtigte Wertigkeit.“ Wurde er lange Zeit gerne „resch“ bezeichnet und vor allem an in Hektolitern an Buschenschankbetriebe geliefert, bemühen sich seit ein paar Jahren aber einige Winzer, wieder edleren Stoff anzubieten. Tinnacher erklärt das so: „Es ist eine Traditionssorte. Gehört also zu unserer DNA dazu. Es ist auch wichtig das wir als Weinbauern dieser Rebsorte die Aufmerksamkeit geben, die sie verdient.“ Dank steigender Temperaturen und des damit einhergehenden höheren Zuckergehalts, fällt das offensichtlich auch etwas leichter und sorgt für ausgesprochen trinkbare Ergebnisse.

Welschriesling

Herkunft: vermutlich Norditalien (Riesling italico)

Abstammung: unklar, es wird jedoch vermutet, dass der nächste Verwandte die Sorte Elbling ist. Keinesfalls darf man die Sorte mit dem Weißen Riesling (Rheinriesling) verwechseln.

Fläche in der Steiermark (2020): 800 ha

Blatt: drei- bis fünflappig, glatt, Blattrand mit scharfer Zähnung

Traube: mittelgroß, sehr dichtbeerig, zylindrisch, geschultert, mit mittelgroßer Beitraube; Beeren rundlich, dünnschalig, punktiert, sehr saftig, gelbgrün gefärbt

Reifezeit: spät

Bedeutung: Deckt nahezu alle Qualitätsstufen ab. Vom Sektgrundwein in neutraler, säurebetonter Art, über trinkfreudige, trockene Weine wie sie vielfach in der Steiermark angeboten werden, bis hin zu den edelsüßen Prädikatsweinen.

Wein: In der Farbe hellgrün bis gelblich, auffallend sind vor allem die frisch-fruchtigen Noten, die an grüne Äpfel erinnern. Er schmeckt – durch die gut eingebundene Säure – spritzig bis fein-würzig. Typisch ist im Abgang immer ein zarter Gerbstoff, der den Gaumen austrocknen lässt und zum nächsten Schluck animiert. QUELLE: WEIN STEIERMARK

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