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Daniela Ulbing: „Ohne kämpfen zu können, aufgeben zu müssen, hat weh getan“

Kärntens Erfolgsboarderin Daniela Ulbing (25) hat nach einer Phase des Reflektierens, einer optimalen Saisonvorbereitung und der Platzreife am Golfplatz einiges vor. „Es hat mich noch hungriger gemacht.“

Daniela Ulbing ist bereit für die neue Saison
© GEPA, Privat (2)
Daniela Ulbing ist bereit für die neue Saison
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

Für Kärntens Parallelboarderin Daniela Ulbing hätte die vergangene Saison nahezu perfekt sein können. Die Drobollacherin kürte sich bei der WM in Georgien zur Vizeweltmeisterin, im Kampf um die große Kristallkugel war sie bis zum Saisonfinish involviert. „Ich habe das Boarden extrem genossen. Das Gefühl am Brett war genial und das hat sich in den Resultaten widergespiegelt. Ich habe einen unglaublichen Biss verspürt. Leider habe ich mich ein paar mal selbst eliminiert, teilweise zu viel riskiert, aber so ist mein Naturell.“

Hätte bloß nicht der Verletzungsteufel zugeschlagen. Bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft brach sich die 25-Jährige die linke Hand und holte dennoch sensationell WM-Silber. „Da war ich stolz, dass ich die Verletzung ausblenden konnte.“ Allerdings zog sie sich anschließend bei einem Missgeschick an der rechten Hand mehrere Blessuren zu, einige Sehnen waren durchtrennt – Schiene inklusive. Die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele 2022 kam an einer Zwangspause nicht vorbei.

„Es hat mich noch hungriger gemacht“

„Das war richtig bitter. Ohne kämpfen zu können, aufgeben zu müssen, hat weh getan.“ Ulbing macht diesbezüglich kein Geheimnis daraus, dass es ein wenig gedauert hat, bis sie diese Rückschläge verdaut hat. „Es hat mich noch hungriger gemacht. Ich glaube, dass solche Momente einen stärker machen.“ Und sie hat jene Lehre daraus gezogen, „dass man manches akzeptieren muss, Dinge zu erzwingen, ist keine Lösung. Und oft hilft es, Ruhe zu bewahren.“

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Daniela Ulbing beim Eisbaden
Daniela Ulbing beim Eisbaden © Privat

Umso motivierter nahm sie die Sommervorbereitung in Angriff. Die Polizei-Inspektorin spulte zahlreiche Kilometer auf dem Rad ab, entdeckte ihre Leidenschaft zum Schwimmen wieder und schwitzte im Olympiazentrum in Klagenfurt. Leidenschaft ist übrigens das Stichwort, denn der Golfsport hat es Ulbing neuerdings angetan. Mit ihrem Freund, Kanu-Ass Felix Oschmautz, machte sie die Platzreife. „Es ist vom Koordinativen her herausfordernd, aber eine lässige Abwechslung.“

Es hatte minus 22 Grad

Zuletzt absolvierte das ÖSV-Team ein einwöchiges Trainingslager im schwedischen Kabdalis, eineinhalb Stunden von Lulea entfernt – vor einer absoluten Traumkulisse. Lediglich an die minus 22 Grad musste sich der eine und andere gewöhnen. „Es war ein cooler Tapetenwechsel, da wir heuer oft am Stilfserjoch gewesen sind. Hier gab es weit und breit nichts. Es ist alles naturbelassen, man hört keine Nebengeräusche, es war idyllisch“, erzählt die Weltmeisterin von 2017, die sich auf den anspruchsvollen Hängen den letzten Feinschliff geholt hat. Ein Highlight sei das Eisbaden gewesen, organisiert von ÖSV-Kollege Arvid Auner.

Wir sind generell eine sehr coole Truppe und teilen gern unsere Erfahrungen. Die Jungs sind total zuvorkommend, helfen uns, wo sie können und haben einen guten Schmäh. Sie sind viel mehr als eine Bereicherung.

— Daniela Ulbing

Der Startschuss für die neue Weltcupsaison fällt am 14. Dezember in Carezza. Die Erinnerungen an diesen Schauplatz sind ganz spezielle, feierte die Kärntnerin in Italien ihren Premieren-Weltcupsieg im Parallelriesentorlauf, nachdem sie zuvor zweimal im Parallelslalom (Bad Gastein und Moskau) erfolgreich gewesen ist. „Carezza taugt mir, auch das ganze Rundherum. Ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht.“

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