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Reisen

Das sollte man sich in Pilsen nicht entgehen lassen

Pilsen ist eine spritzige Alternative zur tschechischen Hauptstadt Prag: Die böhmische Bierhochburg ist ein abwechslungsreiches Pflaster, in dem die Puppen nicht erst nach dem Konsum des untergärigen Getränks tanzen.

Nina Müller
Nina Müller
Nina Müller
Bundesland Steiermark | Graz
vor 3 Jahren10. November 2023 um 04:00
Leute & Stars
Das Pils. Keine Sehens-, sondern eine Schmeckenswürdigkeit: Das berühmte extra hopfige Pilsner ist die Mutter aller Lagerbiere und kommt natürlich in aller Welt aus den Zapfhähnen, aber nirgendwo schmeckt es wohl so gut wie in seiner Heimatstadt, wo allergrößtes Augenmerk auf Bierkultur gelegt wird. Ein Bier bekommt man übrigens auch, wenn man Mlíko (Milch) bestellt: Was wie ein Malheur aussieht, ist ein klassischer Zapfstil mit einem Mini-Schluck Bier und sonst nur Schaum. Getrunken wird es auf Ex.
Die Brauerei. Kein Wunder, dass der Ursprung des berühmten Pilsner Urquell auch die Attraktion Nummer eins in Pilsen ist. Ein Besuch ist aber auch für Nicht-Bierliebhaber interessant – das Museum ist multimedial gestaltet, der Spaziergang durch die kleschkalten Bierkeller imposant. Spannend auch die Geschichte des Biers, das 1842 ein Bayer kreierte: Braumeister Josef Groll wurde geholt, nachdem das zuvor in Pilsen gebraute dunkle Bier so ungenießbar war, dass es aus Protest fassweise vor dem Rathaus ausgeschüttet wurde.
Die Keller. Nicht nur die Brauereikeller sind eine Sehenswürdigkeit: Die gesamte Altstadt von unterirdischen Räumen und Gängen durchzogen – die mittelalterlichen Keller wurden ab den 1970er-Jahren miteinander verbunden und dienen heute als Grundwasserentwässerungssystem der Altstadt. Und als Attraktion, die man im Rahmen von Touren besichtigen kann.
Adolf-Loos-Interieurs. Im früheren Industriezentrum der Monarchie Österreich-Ungarn hat Adolf Loos mindestens 13 Interieurs für wohlhabende jüdische Familien geschaffen, acht davon konnten gerettet werden und überstanden auch die Zeit der Tschechoslowakei. Vier Wohnungen, darunter das Brummel-Haus, können besichtigt werden. Die Innenräume sind von einer zeitlosen Qualität, die nicht nur Architekturfans begeistert.
Das Pilsener Venedig. Ein besonders schöner Teil des städtischen Gartenrings, der die Altstadt umgibt: mit künstlich angelegtem Teich, umgeben von viel Grün. Der Mühlgraben ist ein zum Antrieb der Mühlen angelegter Teich, der Anfang des 20. Jahrhunderts zugeschüttet und erst 2010 revitalisiert wurde – seither ist er beliebter Treffpunkt und gilt als „Pilsener Venedig“.
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