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Triumphator Lucas Auer: "Der Kopf lässt einen am Ende hochfliegen oder tief fallen"

Der Tiroler Lucas Auer feierte zum DTM-Saisonauftakt in Portugal seinen insgesamt achten Sieg. "Es gehört auch Rennglück dazu." Am Sonntag (13.30 Uhr) geht das zweite Rennen in Szene.

Lucas Auer ließ nach dem Auftaktsieg in Portugal die Korken knallen
© APA
Lucas Auer ließ nach dem Auftaktsieg in Portugal die Korken knallen
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

DTM-Boss Gerhard Berger hatte eine Vorahnung. Er meinte, dass Lucas Auer für ihn persönlich zum Kreis der heißesten Titelanwärter zählt. "Wenn der Luggi so fährt, wie er letztes Jahr in der zweiten Halbsaison gefahren ist, kann ihm keiner das Wasser reichen. Die Frage ist nur, ob er seine Schwankung rausbringt." Und sein Neffe enttäuschte ihn nicht, sondern kam postwendend mit einer Aussage um die Ecke. „Er hatte in früheren Jahren eine Lieblingsaktivität. Bei guten Resultaten hat er sich zurückgehalten, aber bei schlechten hat er mir dafür eine reingedrückt“, verriet ein grinsender Lucas Auer nach seinem DTM-Auftaktsieg in Portugal. Dabei musste er den Testauftakt am Dienstag wegen gesundheitlicher Probleme absagen.

Der Rennverlauf in Portimão war ganz nach dem Geschmack des Tirolers, der mit seinem Winward Mercedes-AMG GT3 von Startplatz drei ins Rennen ging. „Ich hatte zu Beginn einen coolen Fight mit Grenier, wo ich mich durchgesetzt habe. Wir wären zwar beinahe zusammengekracht und ich hätte das Auto verloren, aber es ist alles gut gegangen. Und Bortolotti hat es bis zum Safety-Car echt gut gemanagt“, unterstreicht Auer.

"Solche Situationen muss man ausnutzen"

Beim einzigen Re-Start allerdings sah der Kufsteiner seine große Chance, als dem Grasser-Lamborghini-Piloten die Technik einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. „Das Leben im Rennsport ist kein Zuckerschlecken. Solche Situationen, von denen ich ein Liedchen singen könnte, muss man ausnutzen, das habe ich gemacht. Als Bortolotti neben mir stehen geblieben ist, habe ich gewusst, dass ich mir den Sieg schnappe. Ich habe im Qualifying gemerkt, dass etwas möglich ist. Dann kommen etwas Rennglück, optimale Boxenstopps und eine gute Strategie dazu. Mir fällt ein Stein vom Herzen“, verdeutlicht der selbst ernannte Draufgänger, der mit seinem insgesamt achten Triumph der erfolgreichste rot-weiß-rote DTM-Pilot ist.

Mit Philipp Eng landete ein zweiter Österreicher als Neunter in den Top Ten. Thomas Preining und Clemens Schmid belegten die Plätze 13 und 21.

Trotz des perfekten Startschusses will sich Auer mit der Vorstellung des Titelgewinns nicht beschäftigen. „Die Saison ist so lang, das Feld hochkarätig. Ich will mich nicht auf diese Sache einlassen. Aber ja, es war ein genialer Start. Die große Challenge wird sein, konstant vorne dabei zu sein. Ich bin sicher, dass sich ein paar herauskristallisieren werden, die immer da sein werden“, vermutet der 27-Jährige, dem Geschwindigkeit im Blut liegt. Auf der Rennstrecke hat er stets den Sieg im Visier. Er ist ein akribischer Perfektionist mit unbändigem Willen.

"Wir können uns im Qualifying noch leicht steigern"

Vor dem zweiten Renntag macht der Mercedes-Pilot kein Geheimnis daraus, „dass wir uns im Qualifying noch leicht steigern können, da die Balance nicht Hundertprozent gepasst hat. Da können wir minimal etwas herausholen und dann kann es gern wieder rund gehen“, hofft Auer auf den nächsten Coup und macht in dem Zusammenhang auf die mentale Stärke aufmerksam: „Der Kopf spielt im Motorsport eine wesentliche Rolle, da körperlich alle auf einem Topniveau sind. Ich bin überzeugt, dass er einen am Ende hochfliegen oder tief fallen lässt.“

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