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Myokarditis nach Covid-19-Impfung könnte mit Autoimmunreaktion zusammenhängen

Herzmuskelentzündungen gehören zu den seltenen Impfnebenwirkungen nach einer Covid-19-Impfung. Deutsche Fachleute haben nun den möglichen Mechanismus, der hinter diesem Krankheitsbild steckt, entdeckt.

© Berit Kessler - stock.adobe.com

Nach einer Covid-19-Impfung kann es in wenigen Fällen zu Herzmuskelentzündungen, also Myokarditen kommen – wir haben mehrfach darüber berichtet. Eine Konsequenz, die aus dieser seltenen Nebenwirkung gezogen wurde, war etwa, dass das Nationale Impfgremium den Einsatz des Covid-19-Impfstoffes von Moderna (mRNA-Vakzin) nicht bei unter 30-jährigen Personen empfiehlt – da bei diesem Präparat eine leichte Häufung von Myokarditen festgestellt worden war. 

Nun scheint eine Gruppe von Fachleuten dem Mechanismus hinter diesen Herzmuskelentzündungen auf die Spur gekommen zu sein, wie das "Deutsche Ärzteblatt" berichtet. Demnach wurden bei Patienten, die diese Impfnebenwirkung entwickelten, vermehrt Autoantikörper nachgewiesen, die einen sogenannten Interleukin-Rezeptorantagonisten (IL-1RA) hemmen.

Entzündungsreaktion wird verstärkt

Vereinfacht gesagt sorgt IL-1RA dafür, dass Entzündungsreaktionen gedämpft werden. Agieren nun Autoantikörper gegen diesen Antagonisten, kann eine Entzündungsreaktion verstärkt werden. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Autoantikörper entdeckt wurden, auch bei Kindern, die an dem Hyperinflammationssyndrom (PIMS/MIS-C) nach einer Covid-19 gelitten haben, oder bei Personen, die einen schweren Covid-19-Verlauf hatten, wurden diese Antikörper schon nachgewiesen.

Myokarditis

  • Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine Herzmuskelentzündung, häufig kann diese auf eine Vireninfektion folgen - eine Covid-19-Infektion löst um ein Vielfaches häufiger eine Myokarditis aus als eine Impfung.
  • Die meisten Herzmuskelentzündungen verlaufen ohne erkennbare bzw. ohne typische Beschwerden.
  • In schwereren Fällen kann es u. a. zu Schmerzen im Brustkorb, Herzrhythmusstörungen, zunehmender Herzinsuffizienz mit Atemnot und Ödemen oder akutem Herzversagen kommen.
  • In zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-Impfung tritt eine Myokarditis meist innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung auf.

In der Publikation, die im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass vor allem Patienten unter 21 Jahren, nämlich in neun von zwölf Fällen, diese Antikörper aufwiesen. Bei älteren Personen war dies nur in drei von 28 Fällen der Fall. Bei jenen 21 Personen, bei denen eine Myokarditis nicht im Labor bestätigt werden konnte, wurden keine Antikörper gegen IL-1RA gefunden. 

Insgesamt zeigten die Fachleute, dass bei Personen, die diese besonderen Antikörper aufwiesen, auch andere Marker für Herzschäden erhöht waren. Die Bildung der Antikörper könnte durch eine sogenannte Hyperphosphorylierung von IL-1RA ausgelöst werden. Durch den Vorgang der Hyperphosphorylierung können Proteine, die in Zellabläufen eine wichtige Rolle spielen, aktiviert oder inaktiviert werden. Die Fachleute des Universitätsklinikums des Saarlandes, des Universitätsklinikums Tübingen, des Klinik­verband Allgäus und des Universitätsklinikums Münster konnten zeigen, dass dieser Vorgang aber nicht auf Dauer besteht. Dies könnte auch eine Erklärung dafür sein, wieso die Autoimmunreaktion nur vorübergehend besteht.

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