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"Miss Perfect" mit Schönheitsfehler muss ihre mentale Stärke zeigen

Die 15-jährige Eiskunstläuferin Kamila Walijewa ist Zentrum eines Dopingverfahrens. Heute ab 11 Uhr geht sie dennoch im Einzel-Bewerb bei den Olympischen Winterspielen an den Start.

Der Druck, der auf Kamila Walijewas Schultern lastet, ist enorm.
© AP
Der Druck, der auf Kamila Walijewas Schultern lastet, ist enorm.

Mit nur 15 Jahren ist Kamila Walijewa für viele Experten jetzt schon die größte Eiskunstläuferin aller Zeiten. Die Russin ist amtierende Europameisterin, hält zudem Weltrekorde für erreichte Punkte im Kurzprogramm, in der Kür und in der Gesamtwertung. Die 250-, die 260-, die 270-Marke, alle pulverisierte sie. Und das in einer einzigen Saison. In Peking ist sie eine der jüngsten Athletinnen bei den Olympischen Winterspielenund nun auch eine der jüngsten in der Geschichte, die während der Spiele mit Dopingvorwürfen konfrontiert wurden.

Das makellose Bild der „Miss Perfect“, es hat einen heftigen Kratzer erlitten. Bei den russischen Meisterschaften im Dezember 2021, die sie gewann, gab Walijewa einen positiven Dopingtest ab, der Befund auf das verbotene Herzmittel Trimetazidin ist aber erst während der Winterspiele übermittelt worden. Einen Tag nach dem Triumph im Teambewerb verhängte die russische Anti-Doping-Agentur eine Sperre über Walijewa, die nach Einspruch aber unmittelbar wieder aufgehoben wurde.

Ungeachtet des Wirbels um ihre Person fiel das Wunderkind auf olympischem Eis äußerst positiv auf. In der Kür im Teambewerb stand sie als erste Frau einen Vierfach-Sprung bei Olympia und schrieb damit Geschichte. „Über diesen Moment werden wir noch die nächsten 100 Jahre sprechen“, sagte die Olympionikin Tara Lipinski.

Aktuell ist das Gesprächsthema aber ein anderes. Denn Walijewa ist olympische Goldmedaillengewinnerin ohne Gold – und wird das auch im Falle eines Triumphs beim Einzel zumindest vorerst bleiben. Bis das Disziplinarverfahren rund um Walijewa abgeschlossen ist, wird es keine Medaillenvergabe mit ihrer Beteiligung geben. Im russischen Staatsfernsehen fing sie nach der Entscheidung, dass sie starten darf, zu weinen an: „Das sind wahrscheinlich Tränen des Glücks, aber auch des Kummers.“ Nach ihrer aktiven Karriere will Walijewa Psychologin werden. Wie stark sie mental ist, muss sie heute (11 Uhr) zeigen.

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