Im Snowboard-Paradies zählen nur WM-Medaillen
Das Kärntner Quartett Sabine Schöffmann, Daniela Ulbing, Jemima Juritz und Alex Payer startet heute im WM-Parallel-RTL.

"Es ist ein Snowboard-Paradies, wo man jede Sekunde genießt“, schwärmt Alex Payer vor dem heutigen WM-Parallel-RTL (Finale 21 Uhr) von den Bedingungen in Park City. Der Kärntner war es gestern übrigens auch, der mit einem Posting ein kleines Drama auslöste: „Ich war nach der Slalom-Ausscheidung mit Trainerentscheidungen unzufrieden, aber ich habe niemanden beleidigt. Ich wollte nur meine Meinung kundtun, weil mir niemand zuhört“, so Payer, der sein Statement keineswegs bereut, sondern findet, dass jeder seine Meinung vertreten darf.
Doch zurück zum eigentlichen Höhepunkt. Gemeinsam mit Freundin Sabine Schöffmann, der Weltmeisterin von 2017 Daniela Ulbing sowie Teamküken Jemima Juritz will der Mann aus St. Urban für Edelmetall sorgen. „Ich bin hier, weil ich um eine Medaille mitfahren will. Alles andere ist uninteressant. Der Rennhang taugt mir, das Ziel ist fast direkt am Hauptplatz von Park City. Es ist angerichtet und ich bin absolut ready“, gibt es für den 29-Jährigen, dessen Vater aus der Heimat angereist ist, nur alles oder nichts. „Wir sind hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dementsprechend sieht unser Motto aus.“
Dem kann Schöffmann nicht widersprechen. Die 26-Jährige stand heuer bereits drei Mal auf dem Stockerl und ist so stark wie noch nie. Die Frohnatur hat nach ihrem verletzungsbedingten Ausfall bei Olympia definitiv noch eine Rechnung offen – da kommt die WM gerade recht. „Die Anreise war mühsam, da ich mir einen Magen-Darm-Virus eingefangen habe, aber zum Glück bin ich wieder fit. Meine Erwartungen sind groß, da meine heurige Performance sehr gut war. Der Hang ist zu Beginn zwar relativ steil, aber ich werd’s mir richten. Ich bin locker drauf und hoffe, dass ich vorne mitmischen kann.“
Mit Payer standen im Vorfeld Sightseeing nach Salt Lake City sowie ein Besuch bei einem College-Turnevent am Programm. „Die Amis ziehen das irrsinnig groß auf, war ein tolles Erlebnis. Und Alex hat sich auch gleich ein Campingzelt hier gekauft. Er meinte, falls er aus dem Bett verbannt wird, hat er dann sein eigenes Zelt im Zimmer“, erzählt die 26-Jährige, die für jeden Spaß zu haben ist.
"Vollgas"
Ulbings Erfolgsrezept ist ihr Mut zum Risiko, wobei die Villacherin ihre größere Medaillenchance im morgigen Slalom sieht. „Dort gehe ich auf die Titelverteidigung los. Es gibt nur Vollgas“, so die 20-Jährige. Zimmerkollegin Juritz hat sich nach einem Virus wieder erholt und offenbart, dass ihr der aggressive Schnee entgegenkommt: „Mein Ziel ist das Finale der Top 16. Ich werde alles geben und freue mich auf meine WM-Premiere bei den Großen.“
ÖSV-Cheftrainer Ingemar Walder zeigt sich positiv gestimmt, dennoch warnt er vor zu viel Euphorie: „Mein Team hat gute Chancen, Medaillen abzustauben, wobei es garantiert kein Selbstläufer sein wird.“