Nichts mehr zu gewinnen
Es wird Zeit, die G20-Gipfel neu zu denken.
Für Angela Merkel wird der Gipfel in Hamburg zur Qual. Auf den Straßen wüten spätpubertäre Vandalen und Gewaltbereite, in den Konferenzsälen stellten Trump und Putin zur Schau, dass ihnen völlig egal ist, was die Gastgeberin von ihnen will: Sie trafen sich ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt, an dem die deutsche Kanzlerin das Thema Klimaschutz angehen wollte.
Es ist absurd: Die Anliegen, die Merkel beim Gipfel besprechen wollte – von Frauenrechten bis zur Armutsbekämpfung in Afrika – teilt sie mit den Protestierern auf der Straße. Im Konferenzsaal fehlen ihr die Partner. Doch die Zerstörungswütigen draußen diskreditieren ihre Vision eines friedlichen Planeten selbst und instrumentalisieren die gewaltfrei Demonstrierenden.
Die Frage allerdings, ob ein Treffen jener 20 Staaten, die ohnehin sehr gut zurechtkommen, unter Ausschluss der mehr als 170 anderen die Probleme dieser Welt wird lösen können, ist berechtigt. Die magere Bilanz der politischen Gespräche spricht eine deutliche Sprache.
