Bauerngemeinschaft

In Straden sind die Beeren los

Fünf Bauernfamilien aus Straden haben sich dem biologischen Anbau von Beeren verschrieben. Ideen für Innovationen und neue Beerensorten gehen den Bauern nicht aus.

Beerenalarm in Straden: Armin Lenz gewährt Einblick in den Anbau von Bio-Heidelbeere und Co. © Verena Gangl
 

Für mich gibt es nur einen Weg – den Weg mit der Natur“, sagt Biobauer Armin Lenz aus Straden. Seit dem Jahr 2007 gehen er und seine Familie diesen gemeinsam mit vier befreundeten Bauernfamilien aus dem Raum Straden. Als „Beerengut Bauerngemeinschaft“ – gegründet von Robert Lenz – betraten die Gemüsebauern vor neun Jahren völliges Neuland und verschrieben sich dem Anbau von biologischen Beeren, insbesondere Heidelbeeren.

 

Richard Platzer, Gottfried und Renate Puntigam, Robert, Anneliese und Armin Lenz, Markus Puntigam, Irene Gombotz Foto © Privat


Nach einer jahrelangen Lernphase sowie vielen – auch missglückten – Versuchen spricht Lenz nun stolz von einer kleinen Erfolgsgeschichte. So liegt mittlerweile von der Produktion bis zur Vermarktung die gesamte Verantwortung in der Hand der Bauern – ohne Zwischenhandel. „Zuerst lag die Produktion im Fokus, seit dem Vorjahr kümmern wir uns auch um die Vermarktung. Als Bauer reicht es nicht, nur am Feld zu stehen, man muss auch Geschäftsmann sein“, ist Lenz überzeugt.

Weitere Landwirte gesucht

Für Landwirte aus der Region, mit der selben Vision, sei noch Platz. „Das Schöne ist, wir sind alle Freunde. Wir telefonieren fast jeden Tag“, so der 25-Jährige. So hat man auch gemeinsam den Lehrgang zum Gemüsebaumeister absolviert. In der Erntezeit – bis Mitte August – sieht man sich sowieso täglich am Hof von Familie Lenz in Dirnbach. Dorthin liefern alle ihre händisch gebrockten Beeren, verpacken und etikettieren sie – auch wenn die Ernte heuer frostbedingt 50 Prozent geringer ist.


Auf die Beere gekommen


Angefangen hat alles mit der Heidelbeere. „Die Heidelbeere ist bei uns ja eigentlich nicht heimisch, aber wir haben uns schon nach einer kurzen Versuchszeit gemeinsam dazu entschlossen, das Obst auf fünf Hektar anzubauen“, erzählt Lenz. Damit die Beeren ohne Spritzmittelrückstände genossen werden können, arbeiten die Bauern mit Nützlingen.

Die Bewässerung funktioniert über ein ausgeklügeltes System, das Matthäus Lenz, Automatisierungstechniker und Bruder des Landwirts, entwickelte. Neben späteren und früheren Sorten testen die Bauern gerade auch ein neues Foliensystem. „Die Folie wird nur von Jänner bis Juni gebraucht, dann ist es ein Freilandsystem mit Tropfbewässerung“, verrät Lenz.

 

DATEN & FAKTEN

Die Beerengut Bauerngemeinschaft Straden wurde im Jahr 2007 von fünf befreundeten Bauernfamilien gegründet, seit 2008 haben sie sich dem biologischen Anbau von Beeren verschrieben. Im Vorjahr starteten die Bauern mit der gemeinsamen Vermarktung ihrer Produkte. Heuer versuchten sie einige Innovationen.


Zusätzlich zu Heidelbeere und Ribisel, die ab nächstem Jahr Ertrag bringen soll, stecken bereits weitere Beerensorten in den Kinderschuhen, wie zum Beispiel Bio-Brombeere, Bio-Himbeere oder die Bio-Kiwi-Beere. „Das ist eine glattschalige Beere, wiegt etwa zehn bis 15 Gramm. Auf vier Hektar wird sie nun angebaut, das ist der erste Schritt, um größter Bio-Kiwi-Beere-Lieferant in Österreich zu werden. Nächstes Jahr gibt es hoffentlich die erste Ernte“, so Lenz. Dann wird der Exot in den beiden Hofläden der Bauern zu finden sein, im übernächsten Jahr dann im Handel. Auch für den Hofladen schwebt Lenz eine Innovation vor. So möchte er mithilfe seines Bruders einen bargeldlosen Hofladen entwickeln.

Wo gibt's die Beeren?

Verkauft werden die Beeren über eine österreichische Lebensmittelkette und in den beiden Hofläden der Familie Lenz in Dirnbach (Straden) und bei Richard Platzer in Drauchen (Halbenrain).
Nähere Informationen finden Sie unter www.beerengut.at.

 

 

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