Steirischer Hitzepol

Warum ist Mooslandl so ein heißes Pflaster?

Mooslandl im Gesäuse gehörte in den vergangenen Tagen einmal mehr zu den heißesten Orten der Steiermark. Warum das so ist, erklären die Experten der Zamg. Gegen die Hitze wird gebadet und Eis gegessen. Von Martin Mandl

Tamara Treitler und Ronja Edlinger wissen um die meteorologische Berühmtheit von Mooslandl
Tamara Treitler und Ronja Edlinger wissen um die meteorologische Berühmtheit von Mooslandl © Mandl
 

Seit zehn Jahren betreut Maria Maunz die Zamg-Wetterstation in Mooslandl. Und genauso lange schreibt der 459-Seelen-Ort Temperaturrekorde. Erst gestern war es wieder so weit. 33,2 Grad Celsius wurden gemessen, der Top-Wert in der Obersteiermark. Warum ist es hier, im Berggebiet mitten im Gesäuse, so warm? Maunz antwortet ausweichend: „Es haben in der Vergangenheit immer wieder Menschen bei uns angerufen, weil sie wissen wollten, wie das Wetter wird. Aber bei uns steht nur die Station. Ich bin keine Wetterexpertin.“ Inzwischen habe sie fast überhaupt keine Arbeit mehr mit der Station. „Früher war drei Mal am Tag die Temperatur zu messen. Jetzt geht alles automatisch und die Daten werden in die Zentrale gesendet.“

Mandl Auf Maria Maunz’ Grundstück steht die Wetterstation und misst dort seit zehn Jahren die Temperaturen
Auf Maria Maunz’ Grundstück steht die Wetterstation und misst dort seit zehn Jahren die Temperaturen © Mandl

Vor etwas mehr als zehn Jahren ist die Gemeinde mit der Frage an die Frau herangetreten, ob es denn möglich sei, die gut zwei Meter hohe weiße Station, die aussieht wie ein überdimensionales Vogelhäuserl, auf ihrem Grundstück aufzustellen. Maunz willigte ein.

Flucht ins Bad

Auch am örtlichen Badesee, der von der Mooslandlerin als Fluchtort vor der Hitze genutzt wird, gibt es keine Erklärungen für die Temperaturen jenseits der 30 Grad. Im Ort selbst ist an einem Tag wie gestern wenig los. Viele Menschen, die berufstätig sind, pendeln aus. Heimo Schröcker hatte Glück – einen Teil seines freien Tages verbrachte er am See. Obwohl er ortsansässig ist, weiß er nicht, warum es oft so warm ist.

Tamara Treitler und Ronja Edlinger aus Großreifling und Hieflau wissen um die Berühmtheit von Mooslandl in Sachen Temperaturen: „Es wird ja im Radio immer wieder durchgesagt“, so Treitler. Was tut sie gegen die Hitze? „Viel Eis essen, auch wenn das für die Figur nicht gut ist, und viel trinken.“

Edlinger hat eine andere Taktik. „Ich nutze den See in Mooslandl, oder wir gehen mit Kindern und Hunden an die Enns. Da ist es auch wesentlich kühler und angenehmer.“ Eine Idee hat Treitler schließlich doch. „Es könnte aber mit dem föhnigen Wetter im Ort zu tun haben.“

Damit liegt die junge Dame goldrichtig. „In Mooslandl finden wir Föhnwetterlage vor, und das bringt die warme Luft in die Region“, erklärt Zamg-Experte Alexander Podesser. „Das heißt, es fühlt sich in Mooslandl nicht nur wärmer an als in anderen Ortschaften in der Gegend, sondern der Föhn macht sich auch auf dem Thermometer bemerkbar.“ Mit dem Klimawandel hat es nach Angaben Podessers gar nichts zu tun.

Luft wurde zweimal erwärmt

„Im Moment kommt die warme Luft aus Südwest. Das heißt, bis die Luft in Mooslandl ankommt, überwindet sie sowohl die Tauern als auch die Nordalpen. Sie wird also gleich zweifach erwärmt und dann kommen solche Werte heraus.“ Dementsprechend werden hohe Temperaturen in Mooslandl auch im Winter gemessen. „Auch in der kalten Jahreszeit kommen immer wieder sehr hohe Werte heraus.“

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