"Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum" lautet der Titel der bis zum 5. Juli laufenden Ausstellung im Palazzo Cipolla an der zentralen Via del Corso im Herzen der italienischen Hauptstadt. Die Schau bietet einen Überblick über vier Jahrhunderte europäischer Malerei und vereint Werke, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert von bedeutenden Persönlichkeiten des Hauses Habsburg - von Kaiser Rudolf II. über Erzherzogin Isabella Clara Eugenia und Erzherzog Leopold Wilhelm bis zur Kaiserin Maria Theresia - in Auftrag gegeben wurden.

"Vor allem in der heutigen schwierigen internationalen Situation bietet diese Ausstellung einen idealen Rahmen, um Brücken zwischen Nationen zu bauen und den gemeinsamen Wert der Kultur in Europa sichtbar zu machen. Kulturaustausch ist nicht etwas, das es erst seit der Gründung der EU gibt, sondern es gehört zur DNA Europas", betonte KHM-Generaldirektor Jonathan Fine gegenüber der APA in Rom.

"Die Verbindungen zwischen Österreich und Rom gehen auf die altrömische Zeit zurück. Wien und Rom stehen miteinander in einem kulturellen Dialog, der weit über die bloße Leihe von Kunstwerken hinausgeht. Die Tatsache, dass die Präsidenten von Italien und Österreich diese Ausstellung eröffnet haben, ist eine große Ehre und ein Beweis, dass sich beide Länder sehr gut verstehen. Ich bin gespannt, wie die Römer die Ausstellung aufnehmen. Rom ist die Kunsthauptstadt Europas und es ist etwas ganz Besonderes, die kaiserlichen Sammlungen hier zu sehen", erklärte Fine.

Das Herzstück der Ausstellung bildet die europäische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts, die in ihren wichtigsten Gattungen und Variationen präsentiert wird. Die große flämische Epoche des 17. Jahrhunderts ist durch Werke von Peter Paul Rubens, Anthony van Dyck und Jan Brueghel dem Älteren vertreten. Neben großformatigen Werken widmet die Ausstellung der Kabinettmalerei viel Raum, ebenso Objekten aus der Kunstkammer, einer der berühmtesten "Wunderkammern" der Renaissance.

Die italienische Malerei bildet den symbolischen und ästhetischen Kern der Sammlung. Maßgeblich geprägt wurde sie durch die Ankäufe von Leopold Wilhelm von Österreich, dessen Interesse vor allem der Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts galt. Zu sehen sind Meisterwerke von Tizian, Tintoretto, Paolo Veronese, Orazio Gentileschi, Guido Cagnacci und Giovanni Battista Moroni. Sie bezeugen die zentrale Rolle Italiens in der Entwicklung der europäischen Malerei. Highlight ist die "Dornenkrönung" von Caravaggio, die um 1603-1605 in Rom entstanden ist. Dem Meisterwerk des Malers ist eigens ein Saal der Ausstellung gewidmet.

Der Abschnitt zur niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts spiegelt den Aufstieg einer bürgerlichen und protestantischen Gesellschaft wider. In dieser orientiert sich die Kunst am Alltag, am Privaten und an der Beobachtung der Realität. Besondere Aufmerksamkeit gilt der deutschen Malerei der Neuzeit, deren Wurzeln in die Renaissance und insbesondere bis Lucas Cranach dem Älteren zurückreichen. Unter den ausgestellten Meisterwerken sticht das berühmte Porträt der Infantin Margarita in einem blauen Kleid von Velázquez hervor, eine Ikone der Hofporträtmalerei. Die Erzählung konzentriert sich anschließend auch auf die Habsburger als Käufer, Mäzene und Bewahrer europäischer Kunst.

Die Meisterwerke der Habsburger Sammlungen vermitteln eine europäische Vision, geprägt von Vielfalt und intellektueller Offenheit. "Die Ausstellung dieser Werke in Italien ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass Kunst über Jahrhunderte und Grenzen hinweg Verbindungen schaffen kann", betonte die Kuratorin der Ausstellung, Cäcilia Bischoff, Kunsthistorikerin am KHM. Die Ausstellung wird von der Stiftung Fondazione Roma in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Museum (KHM) unter der Schirmherrschaft des Kulturministeriums und der österreichischen Botschaft in Rom realisiert.

(S E R V I C E -"Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum", Ausstellung im Palazzo Cipolla in Rom, 6. März bis 5. Juli, https://museodelcorso.com/ )