Es gibt zwei Prozent Genies und 98 Prozent Naturdeppen.“ Adi Pinter hat immer gesagt, was er sich gedacht hat, und er konnte die Menschen in seinen Bann ziehen. Er hat mit seinen markigen Sprüchen, der roten Krawatte und seinem Charisma den heimischen Fußball mitgeprägt, insbesondere den GAK. Er hat die Athletiker 1987 in die Erste Division geführt und als „Roter Messias“ ging er in die Geschichte ein. Im Alter von 68 Jahren ist Adi Pinter nach einem schweren Herzinfarkt überraschend verstorben und nicht nur der Grazer Fußball hat eine seiner schillerndsten Figuren verloren. Selbst der große Ernst Happel hatte seinerzeit einen Narren am Waisenkind Pinter gefressen und seinen Schüler liebevoll „Zauberer“ genannt. Der gebürtige Grazer hinterlässt eine Frau und vier Kinder.

Auch wenn Pinter ein Weltenbummler war, in Graz hatte er seinen Heimathafen und der GAK war immer der Verein seines Herzens. „Das ist mein Klub. Seine erste Liebe vergisst man nie – und auch nicht die letzte. Die steht jeden Tag vor dir.“ Pinter hat polarisiert. Er war das fleischgewordene Selbstbewusstsein – die einen haben ihn geliebt, die anderen belächelt. Er war ein Grenzgänger und hat Grenzen auch überschritten.

Er liebte den Fußball und in einem Interview mit der Kleinen Zeitung hat er gesagt: „Ich denke, dass die Österreicher mehr Talent haben als die Deutschen. Aber in einer österreichischen Mannschaft hast du 25 Tachinierer und Owizahrer und fünf, die alles wollen. In Deutschland ist es genau umgekehrt. Als ich beim Wiener Sportklub Trainer war, hat Ernst Happel kurz vor seinem Tod zu mir gesagt: ,Ich bin leider an der Mentalität unserer Landsleute gescheitert. Geh du zurück nach Deutschland.“

GAK im Herzen, GAK auf dem Rücken

Im Jahr 2011 sorgte er als Pasching-Trainer für Aufsehen: Als gegnerischer Coach hatte er beim Regionalligaspiel gegen die Athletiker in der UPC Arena „GAK“ in roten Lettern auf seinem Rücken stehen. 2012 sollte er dann als „Wunderwuzzi“ und Interimstrainer den DSV aus der finanziellen Krise retten. Pinter sprang dann aber ab.

Adi Pinter
Adi Pinter © GEPA pictures


Adi Pinter – „Ich war immer Adi und nie Adolf“ – hat sein letztes Zuhause im bayrischen Weismain gefunden, wo er bei Seminaren seine Ideen weitergegeben hat. „Wenn man in Österreich die Wahrheit sagt, wird man zur Persona non grata. Ich bin kein Diplomat. Das sind Leute, die sich nicht trauen, die Wahrheit zu sagen.“

Warum er „Roter Messias“ genannt wurde? Beim GAK hat er sich ein besonders Gehalt ausverhandelt: Pinter wurde mit einem Schilling pro Zuseher entlohnt. Um den Trainer zu finanzieren, hat der GAK Wein um einen Schilling pro Flasche verkauft – den „Roten Messias“.