Fragwürdige Aussagen Nach Hübner orten Grüne nun bei Kickl Antisemitismus

Die FPÖ wollte die Antisemitismus-Diskussion um ihren Mandatar Johannes Hübner beenden, nun steht Generalsekretär Herbert Kickl selbst in der Kritik. FPÖ für Kultusgemeinde "unglaubwürdig".

Herbert Kickl
Herbert Kickl, FPÖ-Generalsekretär © Christian MUELLER
 

Nach den Berichten über angebliche antisemitische Codes und Anspielungen durch den FPÖ-Politiker Johannes Hübner bei einem rechtsextremen Treffen in Deutschland hat FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl ein Gespräch mit dem Nationalratsabgeordneten geführt. Hübner werde künftig in seiner Wortwahl vorsichtiger sein, hieß es danach in einer Aussendung.

Hübner habe Kickl "glaubhaft versichert, dass jedweder Vorwurf in Richtung einer antisemitischen Intention von Passagen seines Vortrages aus dem Jahr 2016 nicht den Tatsachen entspricht", teilte die FPÖ am Donnerstag mit. Der außenpolitische Sprecher der Freiheitlichen soll laut einem Bericht des "Standard" im Vorjahr bei einer Rede antisemitisch konnotierte Witzchen über den Schöpfer der österreichischen Verfassung, Hans Kelsen, gemacht und Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern eine gute Vernetzung zur Logenszene der Freimaurer unterstellt haben.

Reaktion der Kultusgemeinde

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) ist mit der Reaktion der FPÖ auf angeblich antisemitische Äußerungen des freiheitlichen Abgeordneten Johannes Hübner nicht zufrieden. "Die FPÖ ist unglaubwürdig", reagierte IKG-Präsident Oskar Deutsch auf die Beteuerung, künftig in der Wortwahl vorsichtiger zu sein. Er sieht stattdessen einen "Schulterschluss der Parteiführung" mit ihrem Mandatar.

"Eine Kopfwäsche reicht nicht aus, um antisemitischen Verschwörungstheorien entgegenzuwirken", meinte Deutsch am Donnerstag in einer Aussendung. Allen anderslautenden Bekundungen zum Trotz gebe die FPÖ-Spitze Antisemitismus dann nach, "wenn er in den eigenen Reihen zu finden ist". Die Ankündigung Hübners, künftig in seiner Wortwahl vorsichtiger sein zu wollen, sei angesichts seiner bisherigen Aussagen als "angekündigte Tarnung" zu verstehen.

Nach wie vor fordert die IKG personelle Konsequenzen bei den Freiheitlichen. Deutsch: "Mit einem Rücktritt und dem Parteiausschluss hätte die FPÖ einen Schritt in die richtige Richtung tun können. Sie wählte den Schritt in die Vergangenheit."

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) forderte deshalb den Rücktritt Hübners. Kern verurteilte die kolportierten Aussagen des FPÖ-Politikers ebenfalls. "Diese Mischung aus Antisemitismus und Verfolgungswahn ist absolut jenseitig und völlig inakzeptabel. Um dieses Verhalten zu bewerten, muss man nicht lange unseren Wertekompass bemühen", postete Kern auf Facebook und spielte damit auf den SPÖ-Kriterienkatalog und eine mögliche Koalition mit der FPÖ an.

FPÖ: Sache ist erledigt

Laut FPÖ-Generalsekretär Kickl habe Hübner ihm "zugesagt, künftig bei seiner Wortwahl mit besonderer Vorsicht vorzugehen, um selbst die Möglichkeit von Missinterpretationen weitestgehend zu vermeiden." Für die FPÖ sei die Sache damit erledigt. Der SPÖ wirft der FPÖ-Generalsekretär, der eigentlich zu den Sympathisanten für eine rot-blaue Zusammenarbeit zählt, eine Negativkampagne gegen die Freiheitlichen vor.

"In Wahrheit geht es jetzt um die Nagelprobe für die SPÖ: Es wird sich bis zur Wahl zeigen, ob es Kern und Co. unterm Strich um Österreich oder in Wahrheit nur um den Machterhalt um jeden Preis geht. Für mich passt es jedenfalls nicht zusammen, dass dieselbe Partei, die für sich in Anspruch nimmt, einen sogenannten Wertekompass beziehungsweise einen Kriterienkatalog zur Beurteilung anderer zu erstellen, gleichzeitig ihren Wahlkampf seit Monaten von einem Experten für Negativ-Campaigning steuern lässt", erklärte Kickl in Anspielung auf den aus Israel kommenden SPÖ-Berater Tal Silberstein. Wenn sich Kern ernsthaft Sorgen um antisemitische Entwicklungen in Österreich macht, sollte er besser die Zuwanderungspolitik ändern. Antisemitismus in Österreich sei nämlich maßgeblich islamistisch motiviert, so Kickl.

Grüne: Nach Hübner legt Kickl antisemitisch nach

"Die offizielle Deutung von Herbert Kickl, Johannes Hübners antisemitische Äußerungen seien nur missinterpretiert worden, um dann gleich den aus Israel stammenden SPÖ-Berater Tal Silberstein als Schuldigen für ein angebliches Negativ-Campaigning auszumachen, richtet sich wohl von selbst", kommentiert der Abgeordnete der Grünen, Harald Walser, in einer Aussendung die Stellungnahme Kickls. "Im Übrigen warte ich auf eine Erklärung, was Hübner bei einem Treffen von Holocaustleugnern überhaupt zu suchen hat. Die FPÖ kann sich diese völlig unglaubwürdige Abkehr vom Antisemitismus jedenfalls schenken. Johannes Hübner ist und bleibt rücktrittsreif", so Walser. 

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Danke für Ihr Verständnis.

GordonKelz
7
16
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KICKL , HÜBNER UND KONSORTEN.....

...solches Gedankengut ist bei Euch ,in Euch, um Euch , mit Euch ...und ab und und zu ,schwappt es halt an die Oberfläche , wenn der " Brei " zu kochen beginnt ....das wird sich nicht ändern !
Dieser Bodensatz ist vor Wahlen nicht zu vergessen .....!!!
Gordon Kelz

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Patriot
9
17
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Genau deshalb sind die Blauen unwählbar!!!

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