Zuletzt aktualisiert: 19.01.2016 um 11:15 UhrKommentareFrau bedrängt

"Die Männer haben einen Halbkreis um mich gebildet"

Villacherin schildert einen Vorfall, der an die Übergriffe in Köln erinnert. Sie wurde Sonntagmittag im Bereich des Westbahnhofs von sechs jungen Ausländern bedrängt. Von Georg Lux

Mirjam Koller am Ort des Vorfalls
Mirjam Koller am Ort des Vorfalls Foto © Weichselbraun

Mirjam Koller hat lange darüber nachgedacht, ob sie den Vorfall öffentlich machen soll. „Dann habe ich mich doch entschieden, es auf Facebook zu posten“, sagt die 39-jährige Villacherin. „Es geht mir vor allem darum, Danke zu sagen. Und natürlich ist es auch eine Warnung.“

Koller – sie arbeitet als Hebamme im Landeskrankenhaus Villach – war am Sonntag gegen 11.30 Uhr in der Pestalozzistraße im Bereich des Westbahnhofes spazieren. Plötzlich versperrte ihr eine Gruppe junger Ausländer den Weg. „Es waren sechs Männer. Sie sind von einem Parkplatz aus auf den Gehsteig getreten und haben einen Halbkreis um mich gebildet“, schildert die Frau.

Der Lenker eines vorbeifahrenden Taxis dürfte die Szene beobachtet haben. „Er ist kurz stehengeblieben und hat mehrmals gehupt. Die Männer sind daraufhin auf die andere Straßenseite gelaufen“, erzählt Koller, die ihre Worte mit Umsicht wählt. „Ich weiß nicht, was diese Leute von mir wollten, und will auch keine Vermutungen in diesem Zusammenhang aufstellen.“

Das Facebookposting der Villacherin ist mittlerweile mehr als 2000 Mal geteilt worden. „Damit habe ich kein Problem. Ich will allerdings nicht, dass meine Worte politisch missbraucht oder missverstanden werden“, sagt Koller, die bemüht ist, ausschließlich die Fakten sprechen zu lassen. „Die Männer haben in einer mir unbekannten Sprache gesprochen und waren definitiv Ausländer. Mehr kann ich zu ihrer Herkunft nicht sagen.“

 

Koller erklärt, warum sie den Vorfall auf Facebook beschrieben hat

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Mirjam Kollers Dank gilt dem Taxifahrer

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Sorge um Sicherheit

Der Hebamme ist klar, dass ihre Schilderungen eine breite öffentliche Diskussion auslösen werden. „Ich habe beruflich viel mit Frauen zu tun, die als Flüchtlinge zu uns kommen, und weiß, was sie mitgemacht haben“, sagt sie. „Ich will nicht in das rechte Eck von Facebookhetzern gerückt werden. Aber es muss erlaubt sein, einen Vorfall, wie er mir passiert ist, publik zu machen. Es kann nicht sein, dass wir uns um unsere eigene Sicherheit und um die unserer Kinder sorgen müssen.“

Von einer Anzeige des Vorfalls hat Koller abgesehen. "Es ist ja zum Glück nichts passiert."

GEORG LUX

 

 

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