Peter und Andrea LiaunigKleinod der Kunst: Wohnen wie im Privatmuseum

Peter und Andrea Liaunig öffnen ihre Tür in Wien-Hernals: Der Museumschef und Architekt hat sich eine dreidimensionale Visitenkarte gebaut.

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Peter und Andrea Liaunig
"Es ist meine dreidimensionale Visitenkarte", sagt Architekt und Museumschef Peter Liaunig © Akos Burg
 

Es ist ein bisschen so wie in der überlieferten Formel „Sesam, öffne dich!“ aus „Ali Baba und die 40 Räuber“. Von außen wirkt die Adresse in einer ruhigen Seitenstraße in Wien-Hernals aufgeräumt hübsch, aber nicht aufdringlich spektakulär. Wer jedoch durch die blaue Eingangstür schreitet, entert ein aufregendes Großstadt-Kleinod, ein architektonisch ausgetüfteltes Familienheim und ein faszinierendes „Privatmuseum“.

Der Architekt und Museumschef Peter Liaunig hat hier nach eigenen Ideen und Entwürfen eine zweigeschoßige Gewerbeimmobilie aus der Jahrhundertwende umgebaut und aufgestockt. „Es ist meine dreidimensionale Visitenkarte“, sagt der Hausherr. Und: „Ein Objekt, an dem ich mich beweisen konnte.“

Zuletzt befand sich hier eine Tischlerei mit überdachter Halle, der Hof wurde rückgebaut und im dahintergelegenen Gebäude hat sich Liaunig ein Büro eingerichtet, darauf hat er ein Gründach gesetzt, auf dem Palmen wuchern. Und eine Skulptur des Bildhauers Josef Pillhofer thront. Dazu gibt es - wie zu jedem Gemälde, jedem Objekt und jeder Zeichnung im Hause Liaunig - eine eigene Geschichte. Diese lautet: Mit Einverständnis des Künstlers hat Liaunig die Skulptur zehnfach vergrößert produzieren lassen, in doppelter Ausführung - „eine für den Künstler und eine für mich selbst“. Das begrünte Dach wird durch einen luftigen Steg auch mit dem Wohngebäude verbunden.

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Wohnträume: Ein Architektentraum in Wien-Hernals

Architekt und Museumschef Peter Liaunig hat sich mit dem Wohnhaus aus der Jahrhundertwende im 17. Wiener Gemeindebezirk eine "dreidimensionale Visitenkarte" gebaut.

Akos Burg

Licht und Kunst dominieren in den Wohnräumen des komplett entkernten Hauses.

Akos Burg

Im Nebengebäude hat sich Liaunig ein Büro eingerichtet, auf dem begrünten Dach gibt es Pflanzen und Kunstwerke wie jenes vergrößerte Objekt von Josef Pillhofer.

Akos Burg

Parkettböden, Flügeltüren und Souveniers und Gemälde (über dem Kamin hängt ein Robert Schaberl) dominieren.

Akos Burg

Die beiden Gebäude verbindet eine Wendeltreppe.

Akos Burg

An einer Stelle im Haus ist eine Wand sogar doppelt gehängt: Im Wohnzimmer werden vier Stiche von Piranesi von einem hochklappbaren Gemälde von Gross-Ossa verdeckt.

Akos Burg

Im hellen offenen Wohnraum in der zweiten Etage misst die höchste Stelle knapp sechs Meter - im Bild: das Ehepaar Andrea und Peter Liaunig.

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Licht wird groß geschrieben - hier führt auch eine Terrasse hinaus in den Innenhof.

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Dort gibt es ein kleines Schwimmbecken, Sitzmöbel und einen kleinen Tümpel.

Akos Burg

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Akos Burg
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„Wir haben das Haus komplett entkernt und die Südwand erneuert“, sagt der Chef des Privatmuseums in Neuhaus in Kärnten. Mehr noch: Der Architekt hat nach Erdwärme bohren lassen und die Gebäude mit einer Deckenkühlung ausgestattet. Hofseitig öffnet sich der Dachgeschoßaufbau komplett. Knapp sechs Meter hoch ist der lichtdurchflutete Wohnbereich an der höchsten Stelle, er bietet viel Platz zum Leben und für die Familienbibliothek. Peter und Andrea Liaunig bewohnen mit ihren drei Kindern im Alter von sieben, 14 und 16 Jahren knapp 300 der 500 vorhandenen Quadratmeter, die Etage mit den Schlafzimmern, dem Wohnbereich und der Bibliothek kann man einmal umrunden. Ein Lichtprisma belichtet das Obergeschoß zusätzlich. Der älteste Sohn hat sich ganz oben im Glaskobel eingenistet.

Akos Burg
Hofinnenseitig öffnet sich der Dachgeschoßausbau der Sonne Foto © Akos Burg

Eine Wendeltreppe aus Stahl verbindet die Stockwerke. Im ersten Stock befinden sich die Küche und der von Licht durchflutete Ess- und Wohnbereich. Der große Tisch steht vor einer Arbeit von einem von Liaunigs Lieblingsmalern: dem bereits verstorbenen Alfred Klinkan. Auf dem Bild in Gelb, Orange und Rot tummeln sich viele Tiere wie Affen, Vögel, Drachen, Würmer oder Fische. „Jeder von unserer Familie findet sich auf diesem Bild wieder“, sagen die Liaunigs, die bewusst auf Vorhänge verzichten.

Ein Bild im Lager ist ein verlorenes Bild

Peter Liaunig

Langsam wird es knapp mit freien Flächen zwischen Schmuckstücken, Souvenirs, Glasaugen, Hörnern, Kinderzeichnungen und Arbeiten von Robert Schaberl, Peter Dörflinger, Peter Pongratz, Bruno Gironcoli, Gerhardt Moswitzer oder Johanes Zechner - um nur einige wenige zu nennen. Um der Platznot entgegenzuwirken, gibt es in einem der Zimmer auch ein Spezialkonstrukt: Vier Stiche von Piranesi werden von einem hochklappbaren Gemälde von Sebastian Gross-Ossa verdeckt. Fortsetzung der Doppelbehängung: ist geplant.


Im Alter von 13 Jahren wurde Peter Liaunig mit dem Sammelvirus infiziert. „Ein Bild im Lager ist ein verlorenes Bild“, sagt er. Deswegen genießt man hier auch auf der Toilette Kunst.

Zum Museum in Kärnten

Das Museum Liaunig ist ein privates Kunstmuseum mit Skulpturenpark in Neuhaus/Suha in Kärnten, das die Privatsammlung des Industriellen und Sammlers Herbert Liaunig präsentiert. Eröffnet 2008, wird es seit 2018 von seinem Sohn Peter Liaunig geleitet.

Saisoneröffnung: Sonntag, 28. April. Hauptschau: „Der Zukunft herzlichst gewidmet“. Mi. bis So., 10 bis 18 Uhr. Tel. (0 43 56) 211 15. www.museumliaunig.at

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