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WohnporträtSo baut man eine Wohnung in fünf Wochen um

Der Innenarchitekt Gerald Martinschitz aus Kleinsattel bei Villach hat für seine Familie die 80-Quadratmeter-Wohnung in nur fünf Wochen kernsaniert. So gelang das Projekt.

Ein Blick auf den neuen Essbereich © (c) Weichselbraun Helmuth
 

Es war eine Herausforderung der besonderen Art, der sich Gerald und Gabriele Martinschitz aus Kleinsattel bei Villach stellten. Wie baut man eine 80 Quadratmeter große Wohnung innerhalb von fünf Wochen komplett um? „Wir wollten das wegen unserer beiden Kinder während der Ferienzeit schaffen“, sagt Gerald Martinschitz. Wobei der Umbau nicht bloß im Auswechseln von Möbelstücken oder dergleichen bestand, sondern in einer kompletten Kernsanierung. Heißt: Der Großteil der Wände wurde abgerissen, der Boden weggestemmt und auch die Decke abgetragen, um ein neues Beleuchtungskonzept umsetzen zu können.

Wohnportrait Homestory Martinschitz
Gerald Martinschitz und seine Familie Foto © (c) Weichselbraun Helmuth

In Angriff genommen wurde dieses Großprojekt Mitte Juli des heurigen Jahres. „Es waren fast immer sechs bis acht Arbeiter auf der Baustelle, aber drei Wochen später konnten wir schon den Parkettboden verlegen“, erinnern sich die beiden. Sieht man sich die Fotos der Baustelle an, würde man das kaum für möglich halten.

DAS PROJEKT

Umbau. 80 Quadratmeter Wohnfläche wurden innerhalb von fünf Wochen kernsaniert. Mit der Planung war der Bauherr ein halbes Jahr beschäftigt.

Martinschitz. Familienbetrieb in Kleinsattel, Villach. Tischlerei, Innenarchitektur und Wohndesign.

Kontakt. www.mein-tischler.at

Die Familie Martinschitz könnte man als alteingesessen bezeichnen, bereits 1913 wurde die Tischlerei gegründet und wird mittlerweile in der vierten Generation betrieben. „Wir waren immer ein reiner Familienbetrieb“, sagt Gerald, der die Tischlerei auf Möbelhandel und Innenarchitektur ausgeweitet hat. Warum der Entschluss, die Wohnung einer radikalen Neukonzeption zu unterziehen? „Als Innenarchitekt war es mir ein Anliegen, einmal nicht nur für Kunden schöne Räume zu gestalten, sondern meine Ideen diesmal für die eigene Familie umzusetzen und etwas Neues zu schaffen.“

 

Funktionell und pflegeleicht sollte der neue Wohnraum werden. Foto © (c) Weichselbraun Helmuth

Wer jetzt glaubt, für einen gelernten Innenarchitekten wäre das eine „gemähte Wiese“, der täuscht sich. „Für mich war das schwierig, weil ich so vieles kenne und weiß, was alles möglich ist. Bei einem Kunden ist meist schon nach dem ersten Kennenlernen klar, wohin es in etwa geht, bei sich selbst ist das leider komplizierter.“ Bei der Planung des Umbaus standen zwei Kriterien im Vordergrund: Funktionell und pflegeleicht müsse es werden. „Das ist der Anspruch, den ich an mich selbst stelle. Die Optik folgt erst danach.“ Einzig bei der Beleuchtung ist Martinschitz davon abgewichen, denn da gehe es um das Schaffen von Lichtstimmungen und über das reine Ausleuchten gewisser Bereiche hinaus.

Auf der Couch hat die ganze Familie Platz. Foto © (c) Weichselbraun Helmuth

Geändert hat sich für die Familie nach dem Umbau so einiges. Die Wand, die zuvor Küche und Wohnzimmer trennte, wurde abgerissen, wodurch nicht nur mehr Raum entstand, sondern auch das familiäre Miteinander in den Mittelpunkt rückte. „Wenn man in der Küche arbeitet, fühlt man sich jetzt nicht mehr abgekapselt, auch den wunderbaren Ausblick auf den Dobratsch habe ich erst nach dem Umbau so richtig realisiert“, sagt Gabriele. „Und es sieht jetzt aufgeräumter aus, weil es einen versteckten Arbeitsschrank gibt, in dem sämtliche Küchengeräte untergebracht sind.“ Originell sind auch die oberen Küchenschränke mit eingebautem Motor, die Gerald selbst gebaut hat. Ein schwacher Fingerdruck genügt, um sie zu öffnen bzw. zu schließen. Bei der farblichen Gestaltung der Wohnung hat man sich in Zurückhaltung geübt, auf Holz- und Naturtöne gesetzt, weil „wir zu grelle Farbtöne auf Dauer nicht aushalten würden“, sagen die beiden.

Wenn man in der Küche arbeitet, fühlt man sich jetzt nicht mehr abgekapselt Foto © (c) Weichselbraun Helmuth

Vom Wohnzimmer aus - die Wohnung befindet sich im ersten Stock oberhalb der Büroräume - gelangt man auf eine kleine Terrasse, die den Blick in den Garten mit Pool und Weinlaube freigibt. „Für uns ist das ein wichtiger Rückzugsort“, sagt Gabriele. Und für die Kinder Sarah (12) und Lena (9) ein geschützter Platz zum Austoben. Der Umbau habe sich auf alle Fälle ausgezahlt, denn die Art, wie man wohne, mache auch etwas mit der Psyche, sagt Martinschitz. Es sei ein Unterschied, ob man nur wohnt oder ob man Lust am Wohnen habe. „Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen, man will ja auch gerne nach Hause kommen.“

Die kleine Terrasse neben dem Wohnzimmer ist ein wichtiger Rückzugsort. Foto © (c) Weichselbraun Helmuth

 

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