AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

WohnporträtAlte Götter und junges Wohnen

Auf dem Areal eines ehemaligen Bauernhofs in Graz haben sich nach dem Umbau Studenten eingenistet.

Grazer Architektin Marlies M. Haas hat die Idee des Studentennest umgesetzt © Oliver Wolf
 

Begrüßt wird der Besucher von Hera und Zeus. Das griechische Götterpaar blickt unübersehbar und würdig von der Fassade eines einstöckigen Gebäudes, als Wandgemälde realisiert von den Street-Artisten Dinstl Nickl Leitner. Der längliche Bau heißt Gamma, der Name des griechischen Buchstabens ist ebenso unübersehbar über die Hauswand gezogen. In meterhohen Lettern, nicht zuletzt als elegant gestaltendes Element.

Das Gebäude ist nicht allein, es ist eines von vier gleich konzipierten Baukörpern, die Alpha, Delta, Kappa und Omega benannt (und so beschrieben) sind. Ein kleinerer Kubus hört auf den Namen Beta. Eine Tourismusanlage auf dem Peloponnes? Nein. Eine Filiale der Akademikervereinigung Phi Beta Kappa, deren Motto „Philosophia biu kybernetes“, übersetzt „Liebe zum Wissen sei des Lebens Leitlinie“, bedeutet? Fast. Es handelt sich um eine Wohnanlage für Studenten im Grazer Stiftingtal. Das „Studentennest“. In Alpha, Delta, Kappa und Omega sind 22 Wohneinheiten für je vier Bewohner untergebracht, in Beta das Barty-, Pardon, Partyhaus. Im Vorjahr wurde die Anlage eröffnet und ist ausgebucht.

Auf bäuerlichem Grund

Bauherr Hanno Loidl und Architektin Marlies M. Haas freuen sich, dass das Konzept so gut angenommen wird. Für die Realisierung auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grund, der einst bäuerlich genutzt wurde und dann brachlag, gab es etliche Hindernisse zu überwinden, sogar eine Bachverlegung war notwendig. Die Planerin lobt die Kooperation mit den Behörden und betont, dass man das vorgesehene Budget sogar unterschreiten konnte.

+

Homestory: Das Studentennest

Das Wandgemälde an der Fassade des "Studentennests" stammt von den Street-Artisten Dinstl Nickl Leitner.

Oliver Wolf

Das "Studentennest" wurde von Architektin Marlies M. Haas und Bauherrn Hanno Loidl auf eine früher bäuerlich genutzte Fläche im Stiftingtal gesetzt. Für die Realisierung auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grund gab es etliche Hindernisse zu überwinden, sogar eine Bachverlegung war notwendig.

Oliver Wolf

In den vier gleich konzipierten Baukörpern Alpha, Delta, Kappa und Omega sind 22 Wohneinheiten für je vier Bewohner untergebracht. Im Vorjahr wurde die Anlage eröffnet. Sie ist ausgebucht.

Oliver Wolf

Haus Beta ist das Partyhaus. Es wird gemeinsam genutzt.

Oliver Wolf

Jedes der voll möblierten Zimmer hat einen Balkon bzw. ebenerdig eine Verbindung ins Freie.

Oliver Wolf

Die Benutzung aller Einrichtungen ist in den pro Zimmer zwischen 380 und 420 Euro liegenden Mieten inkludiert.

Oliver Wolf

Die Häuser beherbergen vier von einem Vorraum getrennt begehbare Zimmer sowie eine Küche, zwei Bäder und Toiletten.

Oliver Wolf

Es wurde großes Augenmerk auf die Außenanlage gelegt, die neben viel Grün auch ein Sportareal, einen Grillplatz und eine lauschige Feuerstelle bietet.

Oliver Wolf

Sportmöglichkeiten gibt es auch indoor, nämlich im Fitnessraum.

Oliver Wolf

Die Mieter sind international: Autos mit österreichischen, deutschen, slowakischen und tschechischen Nummern geben darüber Auskunft.

Oliver Wolf

Es gibt auch eine Cafeteria, die auch als Bereich für gemeinsames Lernen konzipiert ist.

Oliver Wolf
1/11
Das „Studentennest“ fügt sich harmonisch in die Umgebung. Nicht zuletzt, so Haas, „weil wir großes Augenmerk auf die Außenanlage gelegt haben“. Die neben viel Grün auch ein Sportareal, einen Grillplatz und eine lauschige Feuerstelle bietet. Die Fassadenbegrünung an den Gebäuden ist naturgemäß noch „work in progress“. Gut Ding braucht eben Weile.

Leben wie Odysseus

Die mittels Luft-Wasser-Wärmepumpen beheizten Gebäude sind von präziser Ökonomie, ohne billig zu wirken. Jede der Wohneinheiten (die nach Gestalten der griechischen Mythologie benannt sind, die Namen jeweils mit den Anfangsbuchstaben der jeweiligen Häuser. Odysseus wohnt demnach logischerweise in Omega) besteht neben vier von einem Vorraum getrennt begehbaren Zimmern aus Küche, zwei Bädern und Toiletten. Jedes der voll möblierten Zimmer hat einen Balkon bzw. ebenerdig eine Verbindung ins Freie.

Eine Cafeteria (die auch als Bereich für gemeinsames Lernen konzipiert ist), ein Fitnessraum, eine Waschküche und das schon erwähnte Partyhaus runden das Angebot ab. Die Benutzung genannter Einrichtungen ist in den pro Zimmer zwischen 380 und 420 Euro liegenden Mieten inkludiert. Autos mit österreichischen, deutschen, slowakischen und tschechischen Nummern sind Hinweis auf das internationale Einzugsgebiet.

Aber natürlich sind auch viele Fahrräder zu sehen, bis zum LKH sind es etwas mehr als vier Kilometer. Für alle, die auf Auto und Fahrrad verzichten: Die Haltestelle des GVB-Busses ist direkt vor den Haustüren.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass zu diesem Artikel keine Kommentare erstellt werden können.

Forenregeln lesen