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HAUSRATKompost lässt sich auch in der Wohnung produzieren

Bis zu 35 Prozent des Hausmülls könnte man kompostieren. Nach dem Bokashi-Prinzip sogar ohne Komposthaufen im Garten. Es genügen ein luftdicht verschließbarer Eimer in der Wohnung - und eine Lösung mit effektiven Mikroorganismen.

© FOTOLIA
 

Rund 490 Kilogramm Müll fallen pro Österreicher und Jahr an. Bei einer vierköpfigen Familie mit zwei Kindern kommt man da auf fast zwei Tonnen Weggeworfenes – das entspricht dem Gewicht von mehr als zwei ausgewachsenen Eisbären. „Dabei könnten rund 35 Prozent des Gesamtmülls alleine durch Kompostieren eingespart werden“, weiß Lukas Hader, Geschäftsführer von Multikraft. Eine Möglichkeit, auch ohne einen Komposthaufen im Garten zu zu Kompostieren, ist zum Beispiel in Bokashi-Haushaltseimer. Und das geruchslos.

Das Prinzip des Kompostierens im Haushaltseimer basiert auf dem japanischen Begriff „Bokashi“, der „fermentiertes Allerlei“ bedeutet. Bei der Fermentation – auch Gärung genannt – werden organische Stoffe in Säure, Gase oder Alkohol mithilfe von Enzymen umgewandelt. Der fertige Gartendünger entsteht also durch einfachen Biomüll in Kombination mit effektiven Mikroorganismen und Enzymen, die wie ein Katalysator bei der Spaltung von Stoffen funktionieren. „Eines ist dabei ganz wichtig: effektive Mikroorganismen mögen keinen Sauerstoff, daher muss der Deckel des Bokashi-Eimers immer geschlossen bleiben“, sagt Hader.

Vom Biomüll zum Biodünger

Eigentlich ist alles ganz einfach. Die Küchenabfälle werden zerkleinert in den Bokashi-Haushaltseimer geben und mit effektiven Mikroorganismen gleichmäßig besprüht (Verdünnung 1:100). Je mehr Schnittflächen man hat, desto besser funktioniert die Fermentation. Mit einer Handkelle drückt man die Abfälle zusammen, sodass eine hohe Dichte mit möglichst wenig Sauerstoff entsteht. Durch die Zugabe der Mikroorganismen und das Schließen des Deckels startet der Fermentationsprozess. Das Ergebnis darf man bereits nach zwei bis drei Tagen bewundern – da lässt man nämlich zum ersten Mal den Sickersaft ablaufen. Während der Inhalt eines Eimers fermentiert, kann man den zweiten befüllen.

Der Einsatzbereich des neugewonnenen Bio-Düngers ist vielfältig. „Den Sickersaft kann man beispielsweise stark verdünnt als Dünger für alle Arten von Pflanzen mit Nährstoffbedarf – wie z.B. Zimmerpflanzen oder kleine Gemüsestauden am Balkon - im Mischverhältnis 1:20 verwenden. Das fermentierte Material der Bokashi-Herstellung ist darüber hinaus eine gute Düngezugabe im Gemüse- oder Blumenbeet sowie für Topfpflanzen.

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