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Blumen für die Bienen

Zurück zur Natur der Bienen wegen: Kredenzen Sie vom Vorfrühling bis in den Spätherbst ein perfektes Insektenbuffet. Von Helena Wallner.

© (c) APA/dpa/Frank Rumpenhorst (Frank Rumpenhorst)
 

Wachsen in Ihrem Garten Hasel, Weide und Kornelkirsche? Glückwunsch, damit entpuppen Sie sich als wahrer Bienenfreund, denn diese Pflanzen sind derzeit die Hauptnahrungsquelle für diese Insekten. Wenn auch noch Frühblüher wie Krokusse, Primeln und Schneeglöckchen das Insektenbuffet bereichern, ist dem Bienenvolk perfekt geholfen. Und Hilfe tut not.
Die ausgeräumten Landschaften in freier Natur sind für Bienen, Hummeln und Co. zu Hungerweiden geworden. Auch in den Gärten – und blühen sie noch so bunt und prächtig – ist oft nicht viel zu holen.


Hochgezüchteten Hybridpflanzen fehlt das Wichtigste: Sie haben keine Staubgefäße mehr. Sie produzieren weder Pollen noch Nektar, weil ihre Organe zu Blütenblättern umgewandelt wurden. Mögen gefüllte Blüten auch entzücken, für die Insektenwelt sind sie völlig wertlos.  Dabei gilt: ohne Bienen keine Bestäubung und demnach auch keine Früchte, vom süßen Honig und dem angenehmen Gesumme ganz abgesehen. Bienen brauchen pollenreiche Blumen und Gehölze, damit die Symbiose, die vor mehr als 100 Millionen Jahren begann und darin gipfelt, dass einer ohne den anderen nicht leben kann, kein jähes Ende findet. Im Frühjahr ist der Nektartisch reichlich gedeckt, das ändert sich ab dem Sommer rapid. Doch die Insektenvölker brauchen bis in den späten Herbst genügend Futterquellen.

Richtige Pflanzenwahl

Darum ein Tipp: Jetzt wird noch eifrig an den Pflanzplänen für das neue Gartenjahr getüftelt, dabei sollte man verstärkt auf die große Familie der Lippenblütler – von Salbeiarten über Nesselgewächse und Minzen bis Ysop – setzen. Hobbygärtner haben es in der Hand, ihren Garten während der gesamten Vegetationsperiode mit dem entsprechenden Angebot an Blütenpflanzen in ein Bienenparadies zu verwandeln.


Einen Volltreffer kann man später im Gartenjahr auch noch auf den abgeernteten Beeten landen. Wer die Gründüngungspflanze „Bienenfreund“ sät – der Name sagt schon alles –, erzielt doppelten Nutzen. Die Pflanze, die reizend hellblau blüht, wächst rasch und ist beliebte Nahrungsquelle. Zudem lockern die feinen, dichten Wurzeln den Boden auf und schließlich wird im kommenden Frühjahr das abgestorbene Pflanzenmaterial als Dünger in die Beete eingearbeitet.


Sagen Sie nicht, Sie hätten keinen Garten und könnten deshalb nichts für die Insektenwelt tun! Auch auf der Terrasse, dem Balkon oder der Fensterbank ist Platz für Töpfe mit bienenfreundlichen Pflanzen. Salbei, Rosmarin, Minze, Melisse haben magische Anziehungskraft und alle Voraussetzungen für eine Bienenweide, in der Fachsprache auch „Tracht“ genannt. Vom Nutzen der frischen Kräuter für die Küche ganz abgesehen.

Was Bienen lieben

Gewürze: Basilikum, Rosmarin, Salbei,
Thymian, Bohnenkraut, Minzen und andere.
Blumen und Kräuter: Frühblüher wie Krokus und Schneeglöckchen, später dann Bartblume, Beinwell, Disteln, Eibisch, Eisenkraut, Goldrute, Johanniskraut, Kornblume, Klatschmohn, Katzenminze, Lupine, Malven, Fetthenne, Stockrose und viele andere.
Bäume und Sträucher: Weiden, Haselnuss, Kornelkirsche, Eberesche, Felsenbirne, Heckenrose oder Beerensträucher.

Fragen Sie in Ihrer Gärtnerei nach der Broschüre Bienen- und Schmetterlingspflanzen.

Mein Garten – Ein BienenparadiesFoto ©

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