GRÜNES DESIGNEin lebender Raumteiler aus Fischen und Pflanzen

Wiener Start-up kreierte ein lebendiges Unikat, wo Pflanzen und Fische von gegenseitigem Wachstum profitieren. Ein Blickfang, der den Stress reduzieren helfen könnte.

Erwin Teufel Aquaponik
Erwin Teufel Aquaponik © (c) Kay von Aspern (Kay von Aspern)
 

Erwin Teufel ist Quereinsteiger aus der IT‐Branche und leidenschaftlicher Tauchsportler. Ganz nebenbei betreibt er eine kleine Imkerei und Obstbau im südlichen Waldviertel. Mit Liebe zur Natur, Interesse an Biologie und technischem Talent fing er 2010 an, sich für das Thema Aquaponik zu begeistern. Die Idee von Aquaponik ist eine Symbiose aus Fisch- und Pflanzenzucht und kommt ursprünglich aus der Landwirtschaft. Aquakultur (Fischzucht) und Hydrokultur (Pflanzenanbau) befruchten hier einander gegenseitig in einem Wasserkreislauf. Teufel packte diesen Grundgedanken in eine stabile Metallkonstruktion aus individuell konfigurierbaren Komponenten, die sich perfekt an den jeweiligen Raum oder an die Corporate Identity eines Unternehmens anpassen lassen und kombinierte ihn mit einer energieeffizienten Technik . Unter der Marke "Vitalion" kreierte ein System, in dem Pflanzen und Fische vom gegenseitigem Wachstum profitieren.

Erwin Teufel Aquaponik
Aquaponic Designer Erwin Teufel präsentiert sein Vitalion als Beitrag zu biophilem Design für Offices, Gesundheitszentren, Gastronomie und Bildungseinrichtungen Foto © (c) Kay von Aspern (Kay von Aspern)

Bei „Vitalion“ kommt gewissermaßen ein Flut/Ebbe-System zum Einsatz. Fischabwasser wird zyklisch in das Pflanzbeet geleitet. Die Pflanzen nehmen die Gülle des Fischkots und weitere im Wasser gelöste Nährstoffe über ihr Wurzelsystem bei „Flut“ auf. Im Zuge dieses Prozesses wird das Wasser gereinigt und kann wieder dem Fischtank zurückgeführt werden. Bei "Ebbe" tanken die Pflanzenwurzeln Sauerstoff. „Ebbe“ und „Flut“ haben im Vergleich zu Blumentöpfen oder -beeten ein wesentlich schnelleres Pflanzenwachstum zur Folge. Die Klimaverbesserung im Raum dank permanenter Frischluftanreicherung ist ein Zusatzbonus.

Foto © VITALION

Dem Design sind dank des technisch minimalistischen Aufbaus und der daraus resultierenden Einfachheit der Wartung des Systems, fast keine Grenzen gesetzt. Auf Anfrage sind vielfältige individuelle Gestaltungs- und Anpassungsmöglichkeiten an die gegebene Raumstruktur realisierbar. Selbst ein landwirtschaftlich genutztes „Fischhaus“ in der Größe einer Autogarage wurde von Erwin Teufel realisiert und ist seit 2012 in Betrieb. Die "Fachstelle für tiergerechte Haltung" soll nach der Begutachtung des Vitalion-Systems übrigens begeistert gewesen sein. "Wir werden eine Zertifizierung bekommen", heißt es beim Unternehmen.

Der Preis

Zu sehen ist das System derzeit in den Räumlichkeiten der IG Architektur in der Gumpendorfer Straße 63B in Wien – Mariahilf. Der lebende Raumteiler hat freilich auch seinen Preis: Die Standardausführung inkl. Inhalt kostet 12.930 Euro. Die Standardausführung ist auf den Fotos zu sehen. Die Maße: 220 x 200 x 65 cm (B x H x T).  Enthalten sind
·         ein pulverbeschichteter Stahlrohrrahmen in freier Farbwahl
·         Fischtank inkl. Fischbesatz
·         Bepflanzung nach Wahl
·         Verkleidung aus Compactplatten
·         Stromsparende LED Pflanzenspezialbeleuchtung (Tageslichtleiste 195 W)
·         Blähtonsubstrat
·         Aufbau  inkl. „Einlaufphase“ (Biofilteraufbau) des Systems

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